
Eugène Terre’Blanches Vorfahren stammen aus Frankreich. Sein Großvater, Etienne Terre’Blanche, war ein Kap-Rebell aus der britisch-regierten Kapkolonie, der auf burischer Seite gekämpft hatte.
Eugène Ney Terre’Blanche wurde am 31.1.1944 in Ventersdorp im Westtransvaal geboren. Er besuchte die Grundschule Ventersdorp und danach die Oberschule Potchefstroom, wo er 1962 seinen Abschluß machte. In der Oberschule war er Kapitän der ersten Rugbymannschaft gewesen. Während seiner Schulausbildung gründete er eine Jugendorganisation mit dem Namen Junge Afrikaanerherzen, die sich für burische Kultur und burische Werte einsetzte.
Nach seiner Schulausbildung ging Eugène zur Südafrikanischen Polizei (SAP) und diente als Freiwilliger in Südwestafrika (SWA), wo er Offizier wurde. In der berittenen Einheit patrouillierte er die Staatsgrenzen des Landes. Später wählte man ihn aus etwa 20.000 Anwärtern aus, um Leibwächter der Ersten Ministers der Republik Südafrika (RSA), John Vorster, zu werden. Eugène war allerdings enttäuscht von Vorsters eingeschlagenem liberalem Kurs. Nach viereinhalb Jahren bei der SAP nahm er seinen Abschied und begann seine Lebensunterhalt auf seiner Farm zu verdienen. Er wurde Mitglied bei der rechtsgerichteten Herstigte Nasionale Party (HNP) und war Kandidat bei Parlaments- und Provinzwahlen für den Wahlkreis Heidelberg/Südafrika.
Nachdem er verschiedene politische und Regierungssysteme analysiert hatte, kam er zu der Schlußfolgerung, daß das parlamentarische System wesentliche Fehler beinhaltete. Er kam zu der Überzeugung, daß die Gründung verschiedener politischer Parteien verantwortlich sei für den Zwiespalt im Burenvolk und das größte Hindernis für seine Einheit darstellte. Für ihn wurde ein burischer Volksstaat auf Grundlage der alten Burenrepubliken die einzige Möglichkeit für das Überleben der Burenvolkes.
In dieser Überzeugung gründete er zusammen mit gerade einmal 6 Bündnisgenossen am 7. Juli 1973 die Afrikaaner Widerstandsbewegung (AWB). Die AWB sollte allerdings nicht in der Parteipolitik mitmischen, um nicht das Burenvolk noch weiter zu spalten. Das Ziel der AWB sollte es sein, das Burenvolk zu vereinigen durch eine Widerstands- und Befreiungsbewegung, um einen Volksstaat ohne politische Parteien zu erreichen. In einem solchen Staat würde der Präsident nur durch das Volk gewählt werden, und die Regierung würde durch Spezialisten aus allen Berufsfeldern gebildet werden. Jedes Volk in Südafrika solle sein eigenes Grundgebiet besitzen, und jedes Volk solle nur über sich selbst regieren in seinem eigenen, souveränen Staat.
Die Medien begannen alsbald, Terre’Blanche eine Bedrohung zu sehen. Folglich begannen sie, ihn mit Adolf Hitler zu vergleichen und die AWB als »Nazis« und »Neonazis« zu bezeichnen - die üblichen Totschlagbegriffe der Liberalen und »Antifaschisten« mit denen sie glauben, einen Andersdenkenden verunglimpfen zu können.
Im Dezember 1982 verhaftete man Terre’Blanche und 8 weitere AWB-Mitglieder, nachdem die Polizei Waffen auf der Farm seiner Bruders, Andries Terre’Blanche, gefunden hatte. Im Juli 1983 klagte man ihn an wegen terroristischer Machenschaften und illegalem Waffenbesitz. Man befand ihn im Oktober 1983 für schuldig und verurteilte ihn zu 2 Jahren Gefängnis auf Bewährung.
Anfang 1986 nahm er die forsche Herausforderung des damaligen Innenministers Pik Botha an, eine der politischen Veranstaltungen von Bothas regierenden Nationaler Partei in Pietersburg zu verhindern. Terre’Blanche kündigte an, er selbst – und nicht der Herr Minister - würde auf der Veranstaltung sprechen! Aus Angst vor der AWB, brachte die Nationale Partei ein Großaufgebot an Boxern, Ringern und Karatekämpfern an den Ort der geplanten Veranstaltung, um zu verhindern, daß die AWB Zugang zu dem Veranstaltungslokal bekommen könnte. Hiervon unbeeindruckt, tauchte eine große Anzahl von AWB-Mitgliedern auf – und verjagte die liberalen »Nationalisten«. Pik Botha brachte an diesem Tag, den 22. Mai 1986, nicht einmal den Mut auf, überhaupt den Veranstaltungsort zu betreten.
In einer weiteren Aktion, die hohe Wellen schlug, führte Terre'Blanche seine Leute in das Welthandelszentrum in Kempton Park bei Johannesburg. Am 25. Juni 1993 rannten Liberalisten und Kommunisten um ihr Leben, als die AWB-Aktivisten mit einem gepanzerten Wagen durch die Glastüren der Eingangshalle brachen. Es war ein Zeichen für die Welt, daß die Buren nicht gewillt waren, den liberalen Kurs der regierenden Nationalen Partei mitzutragen und sich den kommunistischen Mächten zu ergeben.
Terre'Blanche war der Meinung gewesen, die Politik der damaligen Nationalen Partei (NP) würde das Burenvolk immer weiter zu Knechten machen und zu einer rassistischen Mehrheitsregierung führen. Seine Warnungen wurden durch die feindlich-gesinnten Medien und die Liberalisten als »Volksverhetzung« gewertet. Für ihn war die heute real existierende »Demokratie« nur das Vorspiel zu einer blutigen Konfrontation zwischen den vielen verschiedenen ethnischen Gruppen des Landes.
Das ANC-Regime sah in Eugène Terre’Blanche zunehmend einen ernstzunehmenden Störfaktor, der die »Neue Demokratie« in Südafrika nachhaltig gefährden könnte, und wollte ihn deshalb mit welchen Mitteln auch immer aus der Öffentlichkeit entfernen. Eine Anklage wegen politischer Straftaten hätte aus ihm einen Märtyrer gemacht. So mußte man ihm kriminelle Taten zur Last legen. Dies geschah denn auch, als er 2001 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, da er angeblich einen schwarzen Tankstellenangestellten mit einer Eisenstange zusammengeschlagen hatte. Für die AWB waren die wahren Hintergründe jedoch anders gelegen: Ihr Führer mußte zu einem ordinären Verbrecher gemacht werden, weil er der One-World-Bewegung im Wege stand. Eugene Terre’Blanche, der gottesfürchtige Christ, ging erhobenen Hauptes ins Gefängnis. 2004 wurde er-– ebenfalls erhobenen Hauptes – aus der Haft entlassen.
Am 3. April 2010 wurde Eugene Terre’Blanche während er schlief von zwei seiner Arbeiter überfallen. Eugene Terre’Blanche hatte keine Chance, sich des feigen Angriffs zu erwehren: Wie besessen schlugen die beiden Schwarzen mit einem Knüppel und einer Machete auf den Kopf ihres wehrlosen Opfers ein, so daß die entstellte Leiche später selbst von Familienangehörigen kaum mehr identifiziert werden konnte.
Eugene Terre’Blanche ist der 3368ste Farmer, der seit der Machtübernahme des unseligen Triumvirats aus ehemaligen Terroristen, Kommunisten und Sozialisten ermordet worden ist. Das politische Klima in Südafrika ist mehr als nur gereizt. Es ist explosiv.
Eugene Terre’Blanche hinterläßt seine aus Südwestafrika stammende Frau Martie und seine Tochter Bea. Und Zehntausende Menschen, die schwärzer denn je in die Zukunft blicken.
Claus Nordbruch
Quellen:
www.awb.co.za, Claus Nordbruch, Volksbetrug am Kap, Leoni 1998, Aktuelle südafrikanische Tagespresse