Danke, Mitteldeutschland!
Die soziale Frage ist nur national zu lösen
Die Zeit war überreif; und das in zweifacher Hinsicht: Die
Führung der Deutschen Volksunion (DVU) und der Nationaldemokratischen Partei
Deutschlands (NPD) hatten sich vor den Wahlen abgesprochen und sind nicht, wie in der
Vergangenheit zur Schadenfreude der Altparteien, gegeneinander angetreten. Diese
Strategie ist aufgegangen und muß, um weitere grandiose Wahlerfolge zu sichern,
beibehalten werden. Auf mittelfristige Sicht ist ein Zusammenschluß zu einem
Wahlbündnis ebenso unabdingbar wie wünschenswert. Für eine »Nationale
Einheitsliste« wäre die undemokratische 5%-Klausel in Zukunft keine
unüberwindliche Hürde mehr. Der Sprung in den Bundestag wäre in greifbare Nähe
gerückt. Zweitens ist es nunmehr überdeutlich, daß die ständige Entmündigung der
Menschen hierzulande, die fundamentalen Eingriffe in das Leben durch die Obrigkeit,
zu einem politischen Beben geführt hat: Abschaffung der Deutschen Mark bei
gleichzeitiger Einführung des Euro, die Osterweiterung der EU, die unmittelbar davor
steht, asiatische Länder aufzunehmen, eine nicht zu rechtfertigende Sprachreform und
verfehlte Bildungspolitik, die Analphabeten und Nichtswisser produziert, aber vor
allem die unsoziale Politik und der rasante Sozialabbau durch die noch amtierenden
Regierung bei gleichzeitiger Ineffektivität der bürgerlichen Opposition haben das Faß
zum Überlaufen gebracht. Während sich in vergangenen Jahren der Protest und Widerstand
des Volkes dahin beschränkte, entweder nicht mehr zu Wahlen zu gehen oder das jeweils
»kleinere Übel« zu wählen, entschied das Volk diesmal national zu wählen.
Mit Erfolg, denn die beiden nationalgesinnten Parteien, die NPD in Sachsen und die DVU
in Brandenburg, konnten sich trotz der üblichen Gemeinheiten und Behinderungen im
Wahlkampf durch Berufsgutmenschen vom »Verfassungsschutz« und Zentralrat,
den Medien und abgewirtschafteten Altparteien und ihren antifaschistischen
Hilfstruppen souverän durchsetzen.
Die Reaktion der Träger dieser Berliner Republik ist entsprechend groß. Hierbei
bewegen sich diese auf einem Niveau, das nicht nur den hierzulande fortschreitenden
Verfall auf allen Gebieten widerspiegelt, sondern darüber hinaus belegt, wie sehr
sich diese vom Volk entfernt haben. Es ist geradezu bezeichnend, daß sich die
ehrenwerte Riege dieser Republik einig ist: die jüngst einmal mehr wegen ihres
millionenträchtigen Spendenskandal nun höchstrichterlich verurteilte CDU, die vor
allem auf wirtschaftlichem und sozialen Gebiet inkompetente SPD und die im
Verfassungsschutzbericht aufgeführte PDS (diese Erwähnung lediglich, weil gewöhnlich
just dieser alberne Hinweis von den Etablierten immer dann aufgeführt wird, wenn es
für gilt, nationale Oppositionelle und Andersdenkende zu diffamieren) warnte vor dem
Einzug der Nationalen in die Parlamente. Die selbstredend »rechtsextreme«
DVU sei »dem parlamentarischen Betrieb im Potsdamer Landtag nicht
gewachsen«, so behaupteten sie einmütig. Daß hier in der Tat jemand jemanden
nicht gewachsen zu scheint, steht außer Frage: Selbstredend aus »Protest«
gegen die in den sächsischen Landtag eingezogene NPD hatten die Spitzenkandidaten von
CDU, SPD, PDS, Grünen und FDP geschlossen eine Gesprächsrunde des ZDF verlassen.
Soviel Einigkeit unter bundesdeutschen Vorzeigedemokraten findet sich sonst nur in
deren Inkompetenz, die Probleme und existentiellen Fragen unseres Volkes zu
lösen.
Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hatte das Bundesverfassungsgericht bereits vor
den Wahlen für absehbare Erfolge der NPD verantwortlich gemacht und stellte damit
einmal mehr unter Beweis, wie sehr dieser einstige Linksintellektuelle den Bezug zur
Realität verloren hat. Neben dem üblichen Blabla, konnte die diffamierende Behauptung
natürlich nicht fehlen, daß es »problematisch« sei, »wenn eine
Partei mit deutlich ausländerfeindlicher und antisemitischer Propaganda« in die
Parlamente komme. Wenn Schilys Spitzel weniger in Szene gesetzt werden würden, wäre
dieser Einwand auch irrelevant.
Falls die »Rechtsradikalen« ins Parlament kommen sollten, so alberte
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU), »dann wäre das ein verheerendes
Signal an mögliche Investoren, vor allem im Ausland«. Wolfgang Benz, Leiter des
»Zentrums für Antisemitismusforschung« der TU Berlin, versuchte polemisch
zu beschwichtigen. Überheblich meinte er, man könne »getrost darauf bauen, daß
sich die paar Abgeordneten in Landtagen rasch selbst demontieren und lächerlich
machen, da sie in der Regel vollkommen politikunfähig sind und sich nur als Demagogen
betätigen«. Daß auch der unvermeidbare Paul Spiegel seine Kommentare mit
entsprechenden Forderungen verband, sei hier nur am Rande erwähnt.
Wahrlich, es sind die Äußerungen und Taten der Vertreter abgewirtschafteter
Altparteien, die das Faß endlich zum Überlaufen gebracht haben. Das Volk hat
Berührungsängste und solche, die abgegebene Stimme zu verschenken, endlich abgelegt.
Mitteldeutschland hat sich damit einmal mehr als Vorreiter für eine bessere Zukunft
erwiesen. Deutsche, die es noch sein wollen, gratulieren Liane Hesselbarth (DVU) und
Holger Apfel (NPD) von Herzen zu ihrem grandiosen Erfolg. Nun aber gilt es, mit einer
kompetenten Mannschaft fundamentale, volksfreundliche Oppositionspolitik zu machen.
Die hierzulande so dringend benötigten positiven Veränderungen, sind davon abhängig,
inwieweit diese Aufgabe gelöst wird.
© Dr. Claus Nordbruch; zuerst veröffentlicht in: Euro-Kurier, Nr. 5/2004
Weiterführende Literatur:
Claus Nordbruch: Der Angriff. Staats- und Gesellschaftskritik an der »Berliner
Republik«, Tübingen 2003, 448 Seiten, 90 Photos, 19,00 €