Unter Barack Obama wird alles anders. Tatsächlich?
Der Wahlsieg Barack Obamas stößt in der
veröffentlichen Meinung weltweit auf riesige Zustimmung. Die BRD ist hiervon
natürlich nicht ausgeschlossen: 89 Prozent der Bundesbürger finden es angeblich
»gut«, daß er zum neuen Präsidenten gewählt worden ist.[i]
Mit Obama, so hat er es versprochen, würde alles anders werden: The Change we can believe in. Schenkt
man den bundesdeutschen Repräsentanten Glauben, besteht daran kein Zweifel.
Bundespräsident Horst Köhler zufolge stehe Obama »vor großen Herausforderungen«,
nicht nur für die USA, sondern »auch für unsere Welt insgesamt«. Bundeskanzlerin
Angela Merkel gab sich überzeugt, »daß wir in enger und vertrauensvoller
Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa den neuartigen
Gefahren und Risiken entschlossen begegnen und die vielfältigen Chancen, die
sich in unserer globalen Welt eröffnen, gut nutzen werden«.[ii]
Noch enger? Neuartige Gefahren? Globale Welt?
Die »unabhängige« Weltpresse konnte sich
vor Begeisterung kaum mehr einkriegen, als der von ihnen in den Himmel gehobene
Kandidat der Demokraten erwartungsgemäß die Präsidentschaftswahlen gewonnen
hatte. Selbst die Aktien stiegen nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses an.
Freilich nur für wenige Stunden. Die Obama-Euphorie war zumindest an den Börsen
bereits am Tag nach seiner Wahl wieder verflogen und die Finanzmärkte in Asien,
Europa und Amerika stürzten wieder auf ihr tiefes Niveau ab. Dieser Umstand sagt
einiges über die Zukunftsaussichten unter Obama aus.
Trotz alledem! Eine positive Veränderung, wenn auch nur
oberflächlich, hat tatsächlich bereits stattgefunden. Es ist der nüchterne
Umstand, daß die katastrophale Regierungszeit von George W. Bush endlich beendet
worden ist. Welche verheerenden Entwicklungen fallen in diese Zeit! Der
September 2001, der Einmarsch in Afghanistan, der Angriffskrieg gegen den Irak,
die Absetzung der legitimen Regierung des Irak unter verheerenden Verstößen des
Kriegs- und Völkerrechts bis hin zur Hinrichtung der politischen Elite, die
Unterzeichnung des fragwürdigen Antisemitism Act und der
Polizeistaatsgesetze, wie Patriot Act
und Homeland Security Act, ungeheure
Einschränkungen bürgerlicher Grundrechte, Überwachungsmaßnahmen ungeahnten
Ausmaßes, die Folteranstalt Guantanamo - um nur wenige vollendete Tatsachen zu
nennen. We need a change. In der Tat!
Ist dieser Wechsel unter Obama zu erwarten?
Man braucht sich nur den engsten Kreis von
Vertrauten des neuen Präsidenten anzusehen. Ein Blick auf seine
Übergangsmannschaft, also diejenigen Kandidaten, die Minister- und andere
einflußreiche Posten in der neuen Regierung besetzen werden, weist einen klaren
Fingerzeig, in welche Richtung die zukünftige Politik sich bewegen wird. Es ist
die alte.
Vize-Präsident wird Joseph Biden. Seit den
frühesten Jahren seiner Senatorenzeit fiel er als fanatischer Unterstützer
Israels und der israelischen Politik auf. 2007 trat er mit dem Bekenntnis
hervor: »Ich bin Zionist. Man muß kein Jude sein, um Zionist sein können«. Sein
Sohn habe, wie Biden gegenüber dem Fernsehsender Shalom TV erklärte, in eine
»sehr einflußreiche jüdische Familie aus Delaware« eingeheiratet.[iii]
Michael Adler vom National Jewish
Democratic Council und während des abgelaufenen Wahlkampfs Finanzberater
Bidens, bescheinigt dem zweiten Mann im Staate, daß es wohl keinen Politiker in
Amerika gebe, Jude oder Nichtjude, der »eine harmonischere Beziehung mit
der jüdischen Führungsschicht und der jüdischen Gefolgschaft (audiences)« habe.[iv]
An einer strammen zionistischen Grundhaltung von Vize-Präsident Biden bestehen
folglich keine Zweifel. Hier wird es recht schwierig, eine Veränderung zur
Politik George W. Bushs oder allen vorigen US-amerikanischen Regierungen
feststellen zu können. Israel kann ganz beruhigt sein: Der Iran bleibt Schurke
Nummer Eins und das israelische Militär und israelische Siedler werden auch
künftig an ihrer menschenrechtsverletzenden und gewalttätigen Politik gegenüber
Palästinensern festhalten können[v],
ohne auch nur im geringsten Sanktionen oder Repressionen erwarten zu
müssen.
Der
demokratische Kongreßabgeordnete Rahm Emanuel wird Stabschef im Weißen
Haus. Dies ist ein Schlüsselamt in der Besetzung der neuen Regierung. Obama
kenne niemanden, der »die Aufgaben besser schaffen« könne als Emanuel,
kommentierte Obama seine Entscheidung. Emanuel, der »jüdische Stern, der über
dem Capitol«[vi]
aufgegangen sei, wie das Jewish
Journal freudig einstimmte, entstammt einer interessanten Familie. Sein
Vater, Benjamin M. Emanuel, war Mitglied der militanten zionistischen
Terrororganisation Irgun, welche vor
der Gründung Israels unzählige Greuel in Palästina begangen hatte. Die Sprengung
des King David Hotels zählt zu diesen ungesühnten Verbrechen ebenso wie das
Massaker von Deir Yassim, bei dem Hunderte palästinensische Dorfbewohner
regelrecht abgeschlachtet wurden.[vii]
Emanuel, dessen Spitzname »Rahmbo« lautet, ist schon von daher ein Garant für
die Fortführung der bisherigen US-Politik.
Als Kandidat für das Amt des
Finanzministers steht zunächst einmal der Bilderberger Jon Corzine, ehemaliger
Aufsichtsratsvorsitzender von Goldman Sachs, bereit. Weitere Kandidaten, das
US-Schatzamt zu besetzen, wären der Bilderberger Lawrence Summers, der auch
Mitglied im Council on Foreign
Relations (CFR) ist, sowie Robert Rubin, Direktor und oberster Berater der
Citigroup und selbstredend Bilderberger und Mitglied im CFR. Im gleichen
Fahrwasser läuft Timothy Geither, Chef der Federal Reserve Bank und, müßig zu
erwähnen, Mitglied im CFR und Bilderberger.[viii]
Pikanterweise ist er der Hauptarchitekt des $700-Milliarden-Rettungspakets der
US-Banken, dem größten Diebstahl am amerikanischen Steuerzahler und
großzügigsten Geschenk an die Geldmafia überhaupt. Es ist unbedeutend, ob
letztlich Corzine, Summer, Rubin oder Geither zum Finanzminister bestimmt wird.
Es wird unter keinem von ihnen eine Veränderung zur bisherigen Politik geben.
Sie werden wie ihre Vorgänger den großen Plan umsetzen, die Weltwirtschaft zu
zerstören und die Einführung der Weltwährung und Weltzentralbank
voranzutreiben.[ix]
(Siehe den Beitrag »Die Finanzkrise: der letzte Schritt zur Weltherrschaft« in
diesem Heft).
Als Kandidatin für das Amt der
Justizministerin wird Janet Napolitano, zur Zeit Gouverneurin von Arizona
gehandelt. Sie hatte bereits unter Bill Clinton diesen Posten inne. Sie ist eine
energische Befürworterin für die Einführung des sogenannten Real-ID, also der
Identitätskarte mit integriertem Chip zur leichteren und umfassenderen
Überwachung der Amerikaner. Derartige Identitätsdokumente sind bekanntlich
elementarer Bestandteil einer totalen Überwachung der Menschen wie sie die Neue
Weltordnung für eine versklavte Gesellschaft vorsieht. Damit ist mit Frau
Napolitano auch für diesen Posten die richtige Person ausgewählt
worden.
Für das Amt des Außenministers steht John
Kerry, der demokratische Herausforderer, der 2004 gegen Bush verloren hatte, im
Gespräch. Als Mitglied des Freimaurerordnes Skull and Bones,
dem Geheimbund, dem auch George W. Bush angehört, ist er seinerzeit mit
eindeutigen Bekenntnissen hervorgetreten. Als der Internationale Gerichtshof in Den Haag im
Sommer 2004 die israelische
Sperranlage auf palästinensischem Boden, die ein Viertel der arabischen Bevölkerung
Jerusalems vom Rest der Hauptstadt abtrennt, als illegal bezeichnet und sich für ihren Abriß
ausgesprochen hatte, vergeudete Kerry keine Zeit, sich über das
höchstrichterliche Gutachten zu entrüsten. Der »Zaun« (!) sei eine legitime
Antwort Israels auf den Terror, behauptete er und trumpfte auf: Als Präsident
werde er »Israel niemals unter Druck setzen, Zugeständnisse zu machen, die einen
Kompromiß zu seiner Sicherheit darstellen. Meine Verpflichtung gegenüber einem
sicheren und geschützten jüdischen Staat ist unerschütterlich«.[x] Das wird als Außenminister nicht
anders sein.
Wie bislang verlautet, soll als
Verteidigungsminister der jetzige republikanische Amtsträger (Robert Gates) auf
seinem Posten bleiben. Hier erspart sich Obama ein scheinbares Austauschen von
Figuren. Es ist damit auch hier nicht ernsthaft anzunehmen, daß nun ein Wandel
eintritt. Schließlich müßten dann die von Bush angezettelten Kriege als das
angesehen werden, was sie sind und deshalb beendet werden. Werden unter Obama,
der sich bislang als entschiedener Gegner des Krieges im Irak dargestellt hat,
nun Bush, Cheney und Konsorten wegen Kriegsverbrechen im Irak zur Verantwortung
gezogen und dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag überstellt? Natürlich
nicht! Vielleicht zieht Obama angesichts des verlorenen Krieges und des täglich
stärker werdenden Imageverlustes für Amerika tatsächlich die US-Truppen aus dem
Irak ab. Aber wohin? Vielleicht nach Afghanistan, Pakistan, in den Sudan oder wo
sonst auch immer der neue Schwerpunkt der aggressiven amerikanischen
Außenpolitik liegen mag? Change You Can
Believe In.
Barack Obama wird eine Machtfülle haben, die einer Diktatur gleicht. Mit der Mehrheit der Demokraten im Kongreß und Senat, hat er ein Monopol über die Legislative und als Präsident auch noch über die Exekutive. Außerdem genießt er die breite Unterstützung der Medien, die ihn unkritisch walten lassen werden. Das macht Obama sogar noch gefährlicher als Bush, weil seine Politik in den ersten ein, zwei Jahren durch die mediale Euphorie getragen, widerstandslos akzeptiert und jede Opposition und Kritik untergehen wird.
Der weltweit gesteuerte Optimismus und Jubel sind unbegründet, denn mit der Wahl Obamas ist faktisch alle beim alten geblieben. Das große Ziel, den Welteinheitsstaat zu schaffen, wird weiter verfolgt werden. Der Schauspieler wurde ausgetauscht, gewiß. Die Regisseure sind jedoch geblieben. Der alte Film wird weitergedreht. »Change« bedeutet also keine Veränderung, sondern nur eine neue Verpackung mit gleichem Inhalt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verstieß sich freilich zu der Aussage, Amerika habe den Wechsel gewählt, innen- wie außenpolitisch.[xi] Naiv ist Steinmeier gewiß nicht. Aber ein Schauspieler im selben Film.
[i]
http://de.news.yahoo.com/1/20081107/tde-groe-mehrheit-der-deutschen-freut-si-f1128fc.html
[ii] Fabian
Feiri, »Die Welt gratuliert
Obama - Alle hoffen auf einen Neuanfang«, in: Südkurier v.
5..11.2008.
[iii]
http://www.wakeupfromyourslumber.com/node/7825
[iv] Michael Adler, »A self-proclaimed
Zionist, Joe Biden is a friend of
[v]
http://de.news.yahoo.com/31/20081108/video/vpl-schockierende-bilder-israelis-folter-a411c04.html
[vi]
http://www.jewishjournal.com/world/article/emanuels_impact_20030110/
[vii] Vgl. Claus Nordbruch, Machtfaktor Zionismus, Tübingen
2008.
[viii] Vgl. Liste der
Teilnehmer des Bilderberger-Treffens im Juni 2008 in Chantilly Virginia (bei
Washington) unter
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/06/bilderber-liste-der-teilnehmehr.html
[ix] Vgl.
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/search?q=gr%C3%B6%C3%9Fte+Diebstahl+am+amerikanischen+Volk+und+Geschenk+an+die+Geldmafia+
[x] John Kerry, »An
Unwavering Commitment To Reforming the
[xi] Fabian
Feiri, »Die Welt gratuliert
Obama - Alle hoffen auf einen Neuanfang«, in: Südkurier v.
5..11.2008.