Als der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad Mitte Januar angekündigt hatte, sein Land werde noch in diesem Jahr eine Konferenz über »den Holocaust« abhalten, »um dessen Ausmaß wissenschaftlich zu bewerten und über seine Konsequenzen zu diskutieren«, war die in der westlichen Wertegemeinschaft öffentlich zur Schau getragene Betroffenheit erwartungsgemäß pflichtgemäß. Freie Forschung, also ergebnisoffene wissenschaftliche Untersuchung – gerade über »den Holocaust« – gilt den westlichen Demokratien nicht nur als Tabubruch, sondern wird dort seit einigen Jahren als »Haßrede« oder gar als terroristischer Akt eingestuft.
Es liegen
zahlreiche Dokumente vor, die belegen, daß eine kritische Betrachtung der gängigen
Geschichtsschreibung über die Judenverfolgung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges,
geschweige denn abweichende Auffassungen zur offiziellen Version der Historie,
sowohl die vitalen Interessen Israels als auch das Fundament, auf dem die BRD
aufgebaut ist,[i] bedrohen. Hier liegt denn
auch das wahre Motiv für die unter westlichen Berufspolitikern hervorgerufene
Bestürzung begründet; denn es wäre zumindest theoretisch möglich, daß auf
der angekündigten Konferenz Wissenschaftler Forschungsergebnisse vortragen, die
mit der heute veröffentlichten Meinung nicht in Einklang stehen und damit
sowohl die gängige Historiographie als auch viele politische Verhältnisse in
Frage gestellt würden. Insofern ist es durchaus zu verstehen, wenn der
FDP-Politiker Werner Hoyer eine
unabhängige Holocaust-Forschung, die er als »Versammlungen von
Holocaust-Zweiflern« versucht zu diskreditieren, »ein ganz gefährliches Zündeln
am Pulverfaß«[ii] nennt.
Judith Miller, Journalistin der New York Times, erklärte in ihrem Buch One by One: Facing the Holocaust (1990), daß die Erinnerung an »den Holocaust« eine zuverlässige Unterstützung für Israel bedeute und faßte diese in der ebenso einfachen wie zutreffenden Formel zusammen: »Remembering the Holocaust leads to a staunch support of Israel.« Diese internationale Unterstützung ist keineswegs nur auf finanzielle Hilfe begrenzt, sondern auch als wesentliche diplomatische und politische Stütze Israels zu bewerten. Für Nahum Goldmann, den ehemaligen Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, stellte sich gar die Frage, »ob der jüdische Staat ohne Auschwitz heute«[iii] überhaupt bestehen würde. Diese auf den ersten Blick geradezu grotesk anmutende Aussage konnte Goldmann jedoch glaubwürdig erklären, indem er die Hintergründe und das Ausmaß bundesdeutscher finanzieller Unterstützung für Juden und Israel beschrieb. Die Minister der BRD hätten nicht nur bereitwillig alle an sie gestellten finanziellen Forderungen übernommen, sondern diese in vorauseilendem Gehorsam um ein vielfaches überboten. Goldmann konnte denn zufrieden resümieren: »In manchen Jahren überschritten die von Deutschland an Israel bezahlten Summen die vom internationalen Judentum gespendeten Beträge – mitunter um das Zwei- bis Dreifache […] Ohne die deutschen Wiedergutmachungsleistungen, die in den ersten zehn Jahren nach der Gründung Israels einsetzten, besäße der Staat kaum die Hälfte seiner heutigen Infrastruktur: alle Züge, alle Schiffe, alle Elektrizitätswerke sowie ein Großteil der Industrie sind deutschen Ursprungs.«[iv] Die gesamte Landwirtschaft und Industrie Israels basiert quasi auf deutschen Geldern, ebenso wie das Telephonnetz, die Handelsflotte, Trockendocks und Kraftwerke von der BRD finanziert worden sind.[v] An dieser solidarischen Haltung hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. Im Gegenteil, die totale Solidarität mit Israel seitens bundesdeutscher Politiker hat inzwischen eine derart fragwürdige Kritiklosigkeit erreicht, daß Die Welt nichts dabei fand, am 31. Januar den Israel-Besuch der deutschen Bundeskanzlerin mit der Aussage zu krönen: »Merkel bekennt sich zu Israel«.
Um darzulegen,
was diese Umstände mit einem möglichen Atomkrieg zu tun haben, müssen wir
unseren Blick sowohl auf die Entstehung des zionistischen Judenstaates als auch
auf das Machtgefüge im Vorderen Orient richten. Bereits unmittelbar nach der Gründung
des zionistischen Staates Israels im Mai 1948 wurde es deutlich, daß
israelische Politik, weniger eine Politik der »Sicherheit Israels« ist, die
sich gegen eine vermeintliche »arabische Bedrohung« richtet, als vielmehr die
Verwirklichung eines rücksichtslosen Imperialismus. Die territoriale Expansion
Israels konnte erstrangig durch zionistische Provokationen erfolgen. Diesen
folgten Vorwände für militärische Interventionen, welche nicht nur zu
arabischer Feindschaft, sondern letztlich zur Bedrohung für den Weltfrieden führten.
Zu diesem Urteil kommt der unvoreingenommene Beobachter jedenfalls, wenn er sich
die wahren geschichtlichen Hintergründe israelischer Politik und die tatsächliche
Kaltblütigkeit israelischer Politiker vor Augen hält. Einen Einblick in diese
wahren Hintergründe des israelischen Terrors, der bis zum heutigen Tag über
die Jahrzehnte hinweg Anwendung erfährt, verdanken wir dem Tagebuch von Moshe Sharett,
der unter Präsident David Ben-Gurion
von 1948 bis 1952 erster Außenminister Israels und danach bis 1955
Premierminister gewesen war. Auch Ariel Sharon
erklärte 1981, zu dieser Zeit Kriegsminister unter Menachem Begin,
daß seit den achtziger Jahren sich die »Sphäre der strategischen Interessen«
Israels »über die arabischen Staaten hinaus bis zu den Küsten des
Mittelmeeres unter Einschließung der Türkei, Iran, Pakistan, Gebieten des
Persischen Golfes und Afrika«[vi]
ausgedehnt habe.
Es waren nicht die Araber und Perser, die nach dem Grauen des Zweiten Weltkrieges, alle Kraft daransetzten, sich die Massenvernichtungswaffe par excellence anzueignen. 1949, also nur wenige Monate nach der Gründung des Staates Israel, begannen die Israelis mit der Entwicklung einer eigenen Atombombe. Im Jahre 1952 erfolgte die Gründung der israelischen Atomenergiekommission unter Leitung von Ernst David Bergman. Als »Vater der israelischen Atombombe« gilt der Nuklearphysiker Yu’val Ne’eman, während unter den israelischen Politikern sich der sozialdemokratische Friedensnobelpreisträger Shimon Peres als die treibende Kraft hinter dem Nuklearwaffenprogramm profilierte.[vii] Zuerst lieferte die US-Regierung 1956 den 5 Megawatt-Forschungsreaktor in Nachal Schurek bei Tel Aviv im Rahmen des amerikanischen Programms Atome für den Frieden. Nach der Suezkrise 1956 unterzeichneten Frankreich und Israel ein Geheimabkommen über den Bau eines Atomreaktors und einer Plutoniumsgewinnungsanlage in Dimona (Nukleares Forschungszentrum Negev), mit dem die Israelis Zugang zu nuklearem Material gewinnen konnten. Mitte der fünfziger Jahre kam es zu ersten konkreten Entwicklungen einer nukleartechnischen Zusammenarbeit zwischen Südafrika und Israel. Eventuell 1957, mit Sicherheit aber 1962 setzten die südafrikanischen Uranlieferungen nach Israel ein. 1972 wurde ein Geheimabkommen über nukleare und konventionelle militärische Zusammenarbeit zwischen Israel und Südafrika unterzeichnet, weitere Geheimabkommen traten 1976 in Kraft. 1979 kam es zu gemeinsamen Atombombentests beider Länder.[viii] Seither gab es ein reges gegenseitiges Waffenlieferungs- und Agentenaustauschpropramm. Die südafrikanischen Uranlieferungen an Israel trugen entscheidend dazu bei, daß israelische Atomwaffenprogramm zu entwickeln und zum erfolgreichen Abschluß zu bringen.
Die
israelischen Atomsprengkörper wurden in zwei Forschungslabors konstruiert,
namentlich im Nuklearforschungszentrum Nachal Schurek sowie bei der Abteilung 20
der Waffenentwicklungsbehörde Rafael.[ix]
Um aus einem Bombenplan tatsächlich eine Nuklearwaffe zu bauen, mußte Israel
einen umfangreichen nuklear-industriellen Komplex errichten: Im Jahre 1962 wurde
mit französischer Hilfe der EL-3 Atomreaktor von Dimona fertiggestellt. Hier
wurde das Plutonium für die Atomsprengköpfe »erbrütet«. Offiziell gehört
der Reaktor zum Israelischen Kernforschungszentrum Kirya Le'Mechkar Gariini (KAMAG), aber zur Tarnung wurde der
Atomreaktor mal als »Nähmaschinenfabrik«, mal als »agrochemischer Betrieb«
dargestellt. In unmittelbarer Nähe des Reaktors befindet sich außerdem eine
unterirdische Wiederaufbereitungsanlage. Mit dem gewonnenen Plutonium werden
dann die Atomsprengsätze in einer Nuklearfabrik in Jodfat zusammengebaut.[x]
Die erste Atombombe, aus französisch-israelischer Koproduktion hervorgegangen,
wurde in der Sahara Anfang der sechziger Jahre gezündet.
Die
israelischen Streitkräfte (Zahal)
sollen über mehrere Atomminen verfügen, durch die im Kriegsfall die
Golan-Berge gesperrt werden können, um Vorstöße syrischer Panzerverbände zu
verhindern. Darüber hinaus können alte, amerikanische Artilleriekanonen, 175mm
M-107 und 203 mm M-110, auf kurze Distanz Atomgranaten verschießen. Außerdem
verfügt Israel seit 1976 über schätzungsweise drei
Raketenartillerie-Bataillone mit insgesamt zwanzig Werferfahrzeugen und 130
Raketen vom US-Typ MGM-52C Lance, die eine Reichweite von rund 130 Kilometern
haben.[xi]
Zur Bekämpfung von Zielen im Hinterland eines Gegners stehen die Raketen
Jericho I und Jericho II und Flugzeugbomben zur Verfügung. Die YA-1 Jericho I
basiert auf dem französischen Raketenentwurf MD-600 von Marcel Dassault,
ein französischer Jude und Überlebender des Konzentrationslager
Auschwitz-Birkenau. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute sein Unternehmen die
atomaren Trägersysteme für die Force de Frappe. Die Rakete ähnelt in ihren
Abmessungen der amerikanischen Pershing I und hat eine Reichweite von 500
Kilometern. Möglicherweise ist in den siebziger Jahren eine modernisierte
Variante mit der Bezeichnung YA-2 entwickelt worden. Zwischen 50 und 100 Raketen
werden in unterirdischen Bunkern gelagert.[xii]
Die Jericho II ist eine Mittelstreckenrakete mit einer Länge von 14 Metern und
einer Reichweite von rund 1.500 Kilometern.
Die Raketengefechtsköpfe sollen eine Sprengkraft von 20 Kilotonnen haben.
Mehrere Raketen sind in den Kalkhöhlen bei Zeharya, rund 15 Kilometer westlich
von Jerusalem, untergebracht.[xiii]
Zentrum der
israelischen Nuklearflugzeuge ist der Fliegerhorst Tel Nof. Die ersten
atomar-bewaffneten Jagdbomber der israelischen Luftwaffe waren 48 A-4E Skyhawk,
die die US-Regierung 1966 lieferte. Später kamen noch weitere Maschinen hinzu,
von denen heute noch neunzig Flugzeuge der Version A-4N bei fünf Staffeln im
Einsatz sind. Diese werden ergänzt durch amerikanische F-4E Phantom II, die von
den Israelis weiterentwickelt wurden zur F-4E-2000. Die 53 Flugzeuge sind auf
die beiden Staffeln 119 und 201 in Tel Nof verteilt. Außerdem verfügt die
Luftwaffe über 98 Flugzeuge F-15 Eagle in verschiedenen Varianten, mit der drei
Staffeln ausgerüstet sind. Durch Luftbetankung kann die Reichweite der F-15I
auf 4.000 Kilometer ausgedehnt werden. Elf Staffeln sind mit 229 Exemplaren des
Jagdflugzeuges F-16 Falcon ausgestattet. Bewaffnet sind die Flugzeuge mit
Atombomben, die wie die Nagasaki-Bombe eine Sprengkraft von 20 Kilotonnen haben.
Das Depot für die Atombomben der Jagdbomber befindet sich auf dem Fliegerhorst
Tel Nof.[xiv]
Die atomare Einsatzzentrale ist der unterirdische Bunker Bor in Tel Aviv. Ein
Ausweichgefechtsstand befindet sich auf dem Fliegerhorst Nevatim, außerdem
dient eine Boeing EC-135 als fliegende Kommandozentrale.[xv]
Die israelische
Regierung schweigt sich über ihr Atomwaffenprogramm natürlich strikt aus. Die
Geheimhaltung ist schier perfekt. Zuverlässige Informationen aufzudecken, ist
äußerst schwierig. Nur in seltenen Ausnahmefällen sickern Informationen
durch. Einen der wichtigsten Einblicke in den nuklearindustriellen Komplex
Israels gewährte der sogenannte Atomspion Mordechai Vanunu.
Dieser arbeitete von 1976 bis November 1985 in Dimona. Im September 1986 gab der
Sunday Times ein Interview über die
israelische Nuklearwaffenfabrik in Dimona. Damit wurde unter anderem offenbart,
daß Israel schon damals zwischen 100 bis 200 atomare Sprengköpfe besaß und
Lithium Deuteride und Tritium – Grundbestandteile für die Herstellung
thermonuklearer Waffen – herstellte.[xvi]
Weiter verschärft wurde diese Sensationsmeldung durch heimlich aufgenommene und
aus Israel geschmuggelte Photographien von dem Anwesen.[xvii]
Zwei Tage später wurde Vanunu in
England vom israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad entführt und auf
abenteuerliche Weise nach Israel verschleppt.[xviii]
Am 24. März 1988 wurde Vanunu in
einem Geheimprozeß zu einer achtzehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, die
er bis auf den letzten Tag absaß. Dem
schwedischen Rundfunk gegenüber erklärte er
am 7. Oktober 2004, daß Israel eine viel größere Nukleargefahr sei als
der Iran und forderte, daß beide Länder ihre Atomarsenale zur internationalen
Inspektion freigeben und beide Länder zu atomwaffenfreien Zonen umgewandelt
werden müßten. Während der Iran Zusammenarbeit signalisiert habe, weigere
Israel sich jedoch, dies zu tun.[xix]
Die
Frage ist freilich, was eine Untersuchung in Israel wirklich bringen würde. Vanunu
erklärte dem Spiegel TV gegenüber, daß sogar die CIA und viele
andere Spionageorganisationen nicht wußten, wo die israelische
Nuklearwaffenfabrik gelegen war. »Ich habe in diesem Haus gearbeitet. Es war 23
Meter unter der Erde, es gab zwei oberirdische Geschosse.« US-Senatoren hätten
die Anlage in der Zeit zwischen 1964 und 1969 mehrmals inspiziert. »Aber immer
bevor die Inspektoren erschienen, hatten sie die Türen zugemauert. Man konnte
nur das obere Stockwerk sehen, mit den Klimaanlagen. Von den sieben
unterirdischen Etagen sahen sie nie etwas.«[xx]
Seit 1974 verfügt Israel also über einsatzfähige Atomwaffen, darunter auch mit Atomsprengköpfen bestückbare Marschflugkörper, die von fahrbaren Lafetten oder auch Sattelschleppern abgeschossen werden können. Die israelischen Lagerbestände dürften gegenwärtig rund 200 bis 300 Kernwaffen umfassen. Man wird die Meinung vertreten dürfen, daß dies für einen Staat, der gerade mal so groß ist wie das Bundesland Hessen und kaum über sechs Millionen Einwohner verfügt, ein stattliches Arsenal darstellt. Für Israel ist der Besitz der Atombombe von entscheidender Bedeutung: Sie ist weniger im Sinne der Abschreckung eines möglichen Angreifers zu verstehen, als vielmehr darin, daß Israel damit in der Lage ist, durchaus im talmudischen Sinne an einem potentiellen siegreichen Feind, Vergeltung üben zu können.[xxi] Mit dieser angriffslustigen Einstellung steht der zionistische Judenstaat, der sich bezeichnenderweise weigerte, den Atomwaffensperrvertrag von 1968 zu unterzeichnen, freilich nicht mutterseelenallein dar. 2002 ging aus einem Strategiepapier des Weißen Haus hervor, daß die USA sich gegen Angriffe »mit Massenvernichtungswaffen« mit »überwältigender Gewaltanwendung zur Wehr« setzen würden, was den Einsatz von Atomwaffen ausdrücklich beinhaltete.[xxii]
Israels
Atomwaffenarsenal besteht aus Kernspaltungs-, Wasserstoff- und Neutronenwaffen,
die auf Minen, Granaten, Bomben und Raketengefechtsköpfe verteilt sind. Schon
in vier Nahost-Kriegen hat die israelische Regierung den Einsatz ihrer
Atomwaffen erwogen.[xxiii]
Mit talmudischer Zweideutigkeit erklärte der damalige Ministerpräsident
Yitzhak Rabin 1975: »Israel wird
nicht als erstes Land Atomwaffen im Nahen Osten einführen. Wir können es uns
aber auch nicht leisten, die zweiten zu sein.«[xxiv]
Das Votum der Politiker findet Unterstützung bei der Bevölkerung: Bei repräsentativen
Umfragen in der Vergangenheit fand sich zumindest eine kleine Mehrheit, die
keine moralischen Skrupel hätte, wenn Israel in einem Krieg
Massenvernichtungswaffen einsetzen würde.[xxv]
Daß Israel bezüglich
des Einsatzes von atomaren Waffen keine Skrupel kennt, ist vielleicht selbst bei
westlichen Berufsdemokraten noch nicht ganz aus der Erinnerung verdrängt
worden: Während des Jom-Kippur-Krieges im Oktober 1973 wurde von der
israelischen Regierung ein Atomangriff nicht nur erwogen, sondern der
Einsatzbefehl tatsächlich erteilt:[xxvi]
Am 6. Oktober 1973 griffen die syrischen und ägyptischen Streitkräfte Israel
an. In diesem Zweifrontenkrieg konnten die Angreifer zunächst große Geländegewinne
erzielen. Als der Oberbefehlshaber des Nordkommandos Generalmajor Yitzhak Hofi
an das israelische Hauptquartier in Tel Aviv funkte, die Stellungen nicht mehr
lange halten zu können, befahl die damalige Premierministerin Golda Meir
nach einem Gespräch mit Kriegsminister Moshe Dayan
in der Nacht zum 9. Oktober den Einsatz von 13 Atomwaffen. Nur aufgrund massiver
US-Nachschublieferungen glückte den Israelis eine Gegenoffensive, so daß am
14. Oktober der Atomalarm wieder aufgehoben wurde.[xxvii]
Auch während des Krieges gegen den Libanon 1982 erwägte der damalige Verteidigungsminister Ariel Sharon, Syrien mit Nuklearwaffen anzugreifen.[xxviii] Eine vernichtende Absicht, die sich sowohl von israelischen Politikern als auch jüdischen Generalen immer wieder vertreten wird: Bereits 1980 waren die Israelis zu dem »Untersuchungsergebnis« gekommen, daß der Irak zur stärksten Macht am Golf würde. Vor allem gelte es, die »Atomrüstung Iraks zu bremsen«.[xxix] Israel konnte sein eigenes Atombombenmonopol nur durch eine aggressive Präventivpolitik aufrechterhalten, indem es die ABC-Programme der arabischen Nachbarstaaten sabotierte. So bombardierte die israelische Luftwaffe – selbstredend ohne vorherige Kriegserklärung – am 7. Juni 1981 den im Bau befindlichen Atomreaktor Osirak bei Bagdad, um auf diese Weise die Entwicklung einer irakischen Nuklearbombe auf Jahre hinaus zu verhindern. Bereits am 28. September 1998 machte der gerade zum Generalstabschef ernannte Generalleutnant Shaul Mofaz den Vorschlag, auf gleiche Weise den Iran anzugreifen: »Ein Präventivschlag war immer ein Teil von Israels strategischen Optionen. Die Ausrüstung eines extremistischen Landes wie dem Iran mit weitreichenden Raketen, die mit nicht-konventionellen Raketengefechtsköpfen ausgestattet werden können, könnten auf längere Sicht zu einer existentiellen Bedrohung Israels werden.«[xxx]
Als am 18.
Januar 1991 die irakischen Streitkräfte im Golfkrieg erstmals Al
Hussein-Raketen auf Israel abfeuerten, wurden die israelischen Streitkräfte in
volle Gefechtsbereitschaft versetzt. Während der 17 Angriffe mit rund 40
Raketen hielt sich der Personen- und Sachschaden zwar in Grenzen. Aber hätte
der Irak seine Flugkörper mit chemischen Kampfstoffen gefüllt oder den
Atomreaktor Dimona zerstört, hätten die Israelis mit aller Wahrscheinlichkeit
mit Nuklearwaffen zurückgeschlagen. Die israelische Zielliste jedenfalls umfaßte
rund 100 irakische Objekte.[xxxi]
Zu guter Letzt: Während des NATO-Angriffskrieges gegen Serbien wollte der
Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, der jüdische US-General Wesley K. Clark
die im Raum Priczina operierenden russischen Streitkräfte angreifen und
bombardieren. Lediglich aufgrund der Befehlsverweigerung – »I’m
not going to start World War III« – des ihm unterstellten britischen
General Michael Jackson wurde die
immanente Gefahr eines Atomkriegs auf europäischen Boden vereitelt.[xxxii]
Alle
vorgenannten Umstände wirken sich auf das Bewußtsein der europäischen Völker
aus. In einer europaweiten Umfrage der Europäischen Union zum Thema »Irak und
der Weltfrieden« vom Oktober 2003[xxxiii]
wurde den Befragten eine Liste mit Ländern genannt und gefragt: »Wer stellt
Ihrer Meinung nach von diesen Ländern eine Bedrohung des Weltfriedens dar.« 59
Prozent der Europäer benannten Israel. »65
Prozent der Deutschen fühlen sich der Umfrage zufolge von Israel bedroht«[xxxiv],
wobei der zionistische Judenstaat unangefochten in der Mißgunst stand, noch
weit vor den USA, Nordkorea, dem Iran, dem Irak und Rußland. In Österreich und
in den Niederlanden waren die Prozentsätze mit 69 bzw. 74 noch deutlicher
ausgefallen. »Dieses schockierende Ergebnis«, daß Israel als größere
Bedrohung empfunden werde als der Iran und Nordkorea, so fauchte Rabbi Marvin Hier,
Leiter des Simon Wiesenthal Zentrum in Los Angeles, entbehre »jeder
Logik« und stelle »eine rassistische Flucht der Phantasie dar.« Es belege, »daß
Antisemitismus tiefer in der europäischen Gesellschaft verwurzelt« sei, als zu
jeder anderen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg – eine Behauptung, die natürlich
auf die uneingeschränkte Zustimmung zionistischer Organisationen stieß. Der
Europäische Jüdische Kongreß (EJC) faselte von einer »brandstifterischen
Umfrage«, die nicht auf den Nahostkonflikt ziele und allein Israel in den
Vordergrund gestellt habe.[xxxv] Der Präsident des Jüdischen
Weltkongresses Edgar M. Bronfman
bescheinigte Europa »ein riesiges Antisemitismusproblem«. Der israelische
Premierminister Ariel Sharon »warnte«
die Europäer unverzüglich vor ihrem »Antisemitismus«.
Die Jordan
Times hingegen kommentierte das beeindruckende Umfrageergebnis mit den
Worten: »Eine mögliche Erklärung ist, daß 59 Prozent aller Schweden, Holländer,
Spanier und Italiener rasende Antisemiten sind, die ihre Zeit damit verbringen,
jüdische Friedhöfe zu schänden. Eine andere Möglichkeit ist, daß sie tatsächlich
glauben, Israels derzeitige Regierung stelle eine Bedrohung des Weltfriedens
dar.« So ist es! Man sollte die europäischen Völker nicht für dumm
verkaufen. Den Europäern – vor allem den europäischen Völkern im
Mittelmeerraum, ist durchaus klar, daß sie alle in Reichweite von Israels
Atomraketen liegen. Diese Raketen seien, so die jordanische Zeitung weiter,
obendrein in die von Deutschland
als Geschenk gelieferten Delphin-U-Boote eingebaut worden, so daß prinzipiell
jedes Land angegriffen werden könnte. Dies ist mitnichten eine polemische
Scharte, sondern eine nüchterne Feststellung darüber, von wem eine tatsächliche
Bedrohung im Vorderen Orient ausgeht.
Der Professor für
Militärgeschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem und Israels
bekanntester Militärhistoriker, Martin van
Creveld, bestätigte 2003 dieses
Gefahrenpotential: »Wir besitzen mehrere hundert atomare Sprengköpfe und
Raketen, die wir auf alle Ziele in alle Richtungen abfeuern können, sogar auf
Rom,« schrieb van Creveld
in der Neuauflage von David Hirsts
klassischem Buch bezüglich des arabisch-israelischen Konflikts The
Gun and the Olive Branch (Gewehr und
Olivenzweig). »Die meisten europäischen Hauptstädte sind Ziele unserer
Luftwaffe«, bekannte van Creveld
und fuhr fort: »Ich möchte General Mosche Dayan zitieren: ›Israel muß sein
wie ein tollwütiger Hund, zu gefährlich, um sich mit ihm anzulegen.‹ [...]
Unsere Armee ist nicht die 30-stärkste der Welt, sondern die zweit oder drittstärkste.
Wir haben die Fähigkeit, die Welt mit uns in den Untergang zu reißen. Und
bevor Israel untergeht, wird die Welt untergehen.‹«[xxxvi]
Werfe man nun nicht ein, diese morbide Vorstellung sei irreal! Israel hat in den
sechzig Jahren seines Bestehens aus seiner offensiven Militärdoktrin nie einen
Hehl gemacht. »Präventivschläge« gegen Nachbarländer gehören seit
Jahrzehnten zum festen Repertoire israelischer Außenpolitik. Rücksicht auf Völkerrecht
wird hierbei grundsätzlich keine genommen. Schon 1999 hatte der israelische
Premierminister Benjamin Netanjahu
gedroht, sollten auf Israel auch nur ein einziges Mal Katjuscha-Raketen
abgefeuert werden, »schlagen wir tausendfach zurück.«[xxxvii]
Diese Aussagen sind nicht als großmäuliges Geschwätz abzutun! Sie sind, wie Noam
Chomsky feststellt, Bestandteil der
sich zunehmend radikalisierenden öffentlichen Meinung in Israel. Der Ansicht
vieler israelischer Gebildeter zufolge sollte Israel ein »wahnsinniger Staat«
werden, damit die Leute »begreifen, daß wir ein wildes Land sind, gefährlich
für unsere Nachbarn, nicht normal«, durchaus in der Lage, »die Ölfelder
abzufackeln« oder »den dritten Weltkrieg zu beginnen«, einfach nur so, wenn nötig,
mit Atomwaffen. Dann »werden sie vorsichtig mit uns umgehen, um das verwundete
Tier nicht zu reizen«.[xxxviii]
Schon der
faschistische Rabbiner
Wladimir Jabotinski hatte am 27.
Januar 1935 im Jewish
Daily Bulletin klargelegt: »Es gibt nur eine Macht in der Welt, die
wirklich zählt. Dies ist die Macht des politischen Drucks. Wir Juden sind die mächtigste
Nation der Welt, weil wir diese Macht haben und sie anzuwenden verstehen.« Vor
siebzig Jahren war damit primär die politische Macht gemeint gewesen. Heute
verfügt »die mächtigste Nation der Welt« über ein modernes
Atomwaffenpotential. Bei der Atombombe als Massenvernichtungsmittel ist
Israel freilich nicht stehengeblieben. In dem bereits erwähnten
Nuklearforschungszentrum Dimona ist auch eine unterirdische Produktionsstätte für
chemische Waffen untergebracht.[xxxix] Daß die Israelis an
Giftgas arbeiten, wurde freilich nur zufällig – erst in Folge eines
Flugzeugabsturzes! – international bekannt: Nachdem ein Jumbo Jet der
israelischen Luftfahrtgesellschaft El Al am 4. Oktober 1992 in Amsterdam abgestürzt
war, kam es anschließend zu zahlreichen mysteriösen Krankheitsfällen am
Unfallort. Später stellte sich heraus, daß das Flugzeug 190 Liter
Dimethylmethylphosphonat (DMMP) von der Firma Solkatronic Chemicals im
amerikanischen Morrisville geladen hatte. DMMP wird zur Herstellung des
Nervengases Sarin benötigt.[xl]
1998 drang an
die Öffentlichkeit – freilich ohne weltweites Entsetzen zu verursachen –,
daß israelische Wissenschaftler in Nes Tziyona, dem Hauptforschungszentrum für
chemische und biologische Waffen, fieberhaft an der Entwicklung einer
biologischen Waffe arbeiten, die nur Araber, nicht aber Juden verletzt oder gar
tötet. So futuristisch es klingen mag; es handelt sich hierbei um eine Waffe,
die sich ihre Opfer aufgrund rassischer Zugehörigkeit »aussucht«. Die Idee
der »Ethnobombe« fußt auf der Tatsache der unterschiedlichen genetischen
Merkmale der einzelnen Menschenrassen. Die Technik basiert darauf, bestimmte (distinctive)
nur von Arabern getragenen Gene zu identifizieren und dann ein genetisch
abgewandeltes (modified) Bakterium
oder einen Virus herzustellen, der die genetische Struktur des Feindes verändert.
Ein namentlich nicht genannter Wissenschaftler gab zu, daß dieses Projekt
extrem schwierig durchzuführen sei, da bekanntlich sowohl Juden als auch Araber
Semiten seien. Er fügte allerdings hinzu, daß aber inzwischen ein genetischer
Unterschied bei irakischen Arabern gefunden worden sei. Die Waffe könnte über
die Luft verteilt oder in das Wassersystem geleitet werden um den Feind
anzugreifen.[xli]
Alle diese Warnungen und Drohungen sollten sehr Ernst genommen werden! Israel
ist kein unterentwickelter Wüstenstaat in Vorderasien, sondern eine der sieben
oder acht Mächte dieser Welt, die über real existierende
Massenvernichtungswaffen verfügen, und sie einzusetzen bereit sind.
Die arabischen Staaten und der Iran haben sich längst kompromißbereit gezeigt. Nach dem im Dezember 2003 angekündigten Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen hatten Iran und die Arabische Liga berechtigterweise einen solchen Schritt auch von Israel gefordert. Hamid Resa Assefi, Sprecher des iranischen Außenministeriums, forderte weise, der gesamte Nahe Osten müsse eine Region ohne Massenvernichtungswaffen werden. Die »internationale Gemeinschaft« und die Verbündeten Israels müßten Druck ausüben, damit »das zionistische Regime seine Massenvernichtungswaffen vernichtet«. Dies war eine Forderung, die der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, bekräftigte. Auch er forderte die »internationale Gemeinschaft« auf, mehr Druck auf Israel auszuüben, damit das Land den Atomwaffensperrvertrag unterzeichne. Die Entscheidung Libyens reihe sich ein in die arabische Haltung, nach der der Nahe Osten frei von Massenvernichtungswaffen sein solle. Internationaler Druck auf Israel sei deshalb wichtig. Es sei unlogisch, für Israel eine Ausnahme gelten zu lassen, während andere Staaten der Region zur Abrüstung aufgefordert würden.[xlii] Diese Forderung ist im Prinzip natürlich richtig – nur ist sie weltfremd, denn sie übersieht die Machtverhältnisse in der mittlerweile fast vollendeten One World, die nicht zuletzt durch eine vereinheitlichte Gesetzgebung und Geschichtsschreibung gekennzeichnet ist.
Wobei wir wieder beim Iran angekommen wären. Präsident Mahmud Achmadinedschad hatte im Dezember 2005 das Recht auf freie Meinungsäußerung für sich in Anspruch genommen und bekannt: »Einige europäische Länder pochen darauf, daß Hitler Millionen unschuldiger Juden in Öfen getötet hat und sie pochen darauf so sehr, daß sie jeden verurteilen und ins Gefängnis werfen, der etwas Gegenteiliges beweist. Wir akzeptieren diese Behauptung nicht.«[xliii] Die Reaktion, die dieses aufsehenerregende Bekenntnis in Israel auslöste, ist in ihrer Diktion eindeutig und widerspiegelt unzweifelhaft, von wem eine atomare Gefahr wirklich ausgeht. Der israelische Außenminister Silvan Shalom behauptete, »daß die Worte des iranischen Präsidenten eine klare Leugnung des Holocaust darstellten und internationales Gesetz verletzten«. Er schlußfolgerte daraus (!), daß der Iran daran gehindert werden müsse, »in den Besitz von Nuklearwaffen zu gelangen.« Dieser Wink mit dem Zaunpfahl wurde vom israelischen Kriegsminister Shaul Mofaz umgehend angenommen. Mofaz philosophierte, »daß die Kombination von extremem Haß und nuklearen Kapazitäten sowohl den Staat Israel als auch westliche Staaten bedrohe. Angesichts der iranischen Drohgebärden müsse Israel auch nicht-diplomatische Lösungen vorbereiten.«[xliv] Diese Ankündigung wiederum war ihrerseits eine echte Drohung – die in der westlichen Wertegemeinschaft freilich keine Bestürzung hervorrief.
Das mutige Bekenntnis Achmadinedschads steht im eklatanten Widerspruch zu der offiziellen Geschichtsschreibung in den westlichen Demokratien, in denen – allen voran bezüglich »des Holocaust« – historische Deutungen vorgeschrieben und abweichende Meinungen, als Verbrechen stigmatisiert, oftmals von strafrechtlicher Relevanz sind. Dabei fußt seine Meinungsäußerung keineswegs auf Provokation oder Unwissen, sondern ist fundiert, sagt sie doch nichts anderes aus, als das, was unter anderem der Experte in Sachen Holocaustfragen Raul Hilberg bereits vor 20 Jahren festgestellt hatte: Die Toronto Sun berichtete am 18. Januar 1985, daß Hilberg vor Gericht eingeräumt habe, »no scientific study or autopsy has ever been done to prove the existence of Nazi gas chambers.« Wäre es nicht längst angeraten, diesen Mißstand endlich aus der Welt zu räumen?
Freilich, ansatzweise machen sich sogar in der BRD Wissenschaftler kritische Gedanken über den veröffentlichten Kenntnis- und Forschungsstand und damit über die gängige Historiographie. Werner Maser beispielsweise hat als einer der wenigen ernstzunehmenden Historiker im bundesdeutschen Establishment zumindest die Kontroverse bezüglich der Zahlen angeblicher Opfer mutig geführt, und darüber hinaus neue Perspektiven offengelegt: Er hatte beispielsweise die Zivilcourage zuzugeben, daß die »Zeugenberichte über die Anzahl der Öfen, das Fassungsvermögen der Gaskammern und Krematorien, die Anzahl der jeweiligen Vergasungsopfer, die Gassubstanzen, die Dauer der Vergasungen, die Herausnahme der vergasten Opfer und die Verbrennungsvorgänge usw.« sich vielfach einander erheblich widersprechen. Natürlich war sich Maser seiner Gratwanderung bewußt und klug genug, um hierauf lapidar festzustellen: »[W]orauf hier nicht weiter einzugehen ist.«[xlv] Einen Schritt weiter ging im Frühjahr 2002 der Spiegel-Redakteur Fritjof Meyer. Sich auf bislang unveröffentlichte Dokumente und Archivfunde stützend, stellte er fest, daß in in Auschwitz »mutmaßlich 510.000 Tote« zu beklagen seien, wovon es »wahrscheinlich 356.000 im Gas ermordete« Menschen gegeben habe. Nach dem Stand der Dinge handelt es sich heute, schenkt man dem Beitrag Meyers Glauben, um 356.000 vergaste Menschen. Abgesehen davon, daß diese Forschungsergebnisse geradezu sensationell sind, da sie anders lautenden seit Jahrzehnten als historische Tatsachen manifestierte Behauptungen eklatant widersprechen, ist man damit selbst in der etablierten Forschung inzwischen bei einer Opferzahl angelangt, die äquivalent zu anderen Greueln während des Zweiten Weltkrieges sind: so kamen am 6. August 1945 in Hiroshima binnen weniger Stunden weit über 350.000 Japaner um, mindestens ebenso viele Menschen wurden am 13./14. Februar 1945 in Dresden getötet.
Derartige mutige Vorstöße finden sich bei bundesdeutschen Berufspolitikern und Juristen in der Regel nicht. Nicht die so dringend nötige geistig-politische Auseinandersetzung steht bei ihnen auf der Agenda, sondern Drohung, Einschüchterung und Eingriffe in grundgesetzlich geschützte Bürgerrechte: Auf Weisung des Brandenburgischen Innenministeriums wurde beispielsweise Ende Januar 2006 dem potentiellen deutschen Gastsprecher in Teheran, Horst Mahler, der Reisepaß entzogen. In der Begründung des Ministeriums heißt es: »Die Teilnahme des Mahler an einer solchen Konferenz würde zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Belange der Bundesrepublik Deutschland durch Handlungen führen, die dem internationalen Ansehen Deutschlands schaden.«[xlvi] Die Durchführung besagter Konferenz wäre von immenser Bedeutung. Um den Vorwurf der Einseitigkeit von vornherein zu umgehen, sollten die Organisatoren jedoch darauf achten, ein möglichst breites Spektrum von Wissenschaftlern und Forschern einzuladen. Andernfalls verfiele dieses Zusammenkommen, dessen Bedeutung gar nicht hoch genug geschätzt werden kann, zu einer Farce, ähnlich wie beispielsweise die im April 2004 in Berlin veranstaltete sogenannte Antisemitismus-Konferenz, bei der alle geladenen Versammelten ohnehin eine und dieselbe Meinung vertraten und die Ergebnisse der Diskussionen, noch bevor überhaupt das erste Wort gesagt worden war, von vornherein bekannt waren. Das Festhalten am »Holocaust-Dogma« und die internationale Durchsetzung desselben gar unter Androhung des Einsatzes von Atomwaffen zu erzwingen, belegt, daß das Thema längst zum zentralen Punkt der Globalisten geworden ist. Dieser Aufnötigung stellt sich der souveräne Staat Iran entgegen – nicht mehr und schon gar nicht weniger.
© Dr. Claus Nordbruch
März 2006
[i] Sofern es die BRD betrifft, ist entsprechendes Material detailliert dokumentiert in: Claus Nordbruch, Der Angriff, Tübingen 2003.
[ii] Vgl. »›Ungezügelte Politik antisemitischer Verhetzung‹«, in: Spiegel Online v. 17.1.2006.
[iii]
Nahum Goldmann, Das jüdische
Paradox. Zionismus und Judentum nach Hitler, Köln 1978, S. 126.
[iv]
Ebenda, S. 171.
[v]
Vgl. Nana Sagi,
Wiedergutmachung für Israel. Die deutschen Zahlungen und Leistungen,
Stuttgart 1981, S. 208. Siehe auch Moshe
Brilliant, Portrait of Israel,
New York 1970, S. 254f.
[vi]
Zitiert in Livia Rokach, Israels
Heiliger Terror. Eine Studie auf der Basis von Moshe Sharetts Persönlichem
Tagebuch und anderen Dokumenten seiner Zeit, Pfungstadt 21982,
S. 109.
[vii]
William E. Burrows & Robert Windrem,
Critical Mass, London 1994, S.
292f.
[viii]
Vgl. Benjamin Beit-Hallami, Schmutzige
Allianzen. Die geheimen Geschäfte Israels, München 1988, S. 138 und
159f.
[ix]
Avner Cohen, Israel and the
Bomb, New York 1998, S. 441.
[x] Heinz Kozak & Mosche Meisels, »Israel« in: Österreichische Militärische Zeitschrift, Heft 4/1998, S. 464.
[xi]
Warner D. Farr, »The Third Temple's Hoy of Holies: Israel's Nuclear
Weapons, US Air Force Counterproliferation Center«, in: Maxwell AFB, Nr. 9/1999, http://www.fas.org/nuke/guide/israel/nuke/farr.htm
[xii]
Jane's Strategic
Weapons Systems,
Nummer 22 v. September 1999.
[xiii] Vgl. Heinz Kozak & Mosche Meisels, »Israel«, in: Österreichische Militärische Zeitschrift, Heft 6/1997, S. 719.
[xiv] Vgl. Heinz Kozak & Mosche Meisels, »Israel«, in: Österreichische Militärische Zeitschrift, Heft 4/1998, S. 464.
[xv]
Martin Streetly, World
Electronic Warfare Aircraft, London 1983, S. 35f.
[xvi]
Vgl. Yoel Cohen,
The Whistleblower of Dimona. Israel,
Vanunu, and the Bomb, New York 2003, S. 299.
[xvii]
Vgl. Jürgen Streich, Die
neuen Atommächte. Wer sie sind und was sie wollen, Hamburg 1993, S. 74.
[xviii]
Vgl. Victor Ostrovsky, Geheimakte
Mossad - Die schmutzigen Geschäfte des israelischen Geheimdienstes, München,
1994, S. 266ff. und Victor Ostrovsky
& Claire Hoy, By Way of Deception. The
Making and Unmaking of a Mossad Officer,
New York 1990, S. 150f.
[xix]
»Israel bigger nuke threat«, in: The
Citizen (Johannesburg) v. 8.10.2004, S. 13.
[xx] »Atomspion Vanunu hofft auf Ausreisegenehmigung« [Interview mit Mordechai Vanunu.], in: Spiegel TV, zitiert nach www.spiegel.de.
[xxi]
Vgl. Benjamin Beit-Hallami,
o.o.A., S. 161.
[xxii] »Amerika will sich gegen Angriffe auch mit Atomwaffen wehren«, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.12.2002, S. 2.
[xxiii] »Israels Atomstreitkräfte«, in: http://www.antimilitarismus-information.de/ausgaben/2001/3-01_2.htm
[xxiv] Yoel Cohen, Die Vanunu-Affäre. Israels Geheimes Atompotential, Heidelberg 1995, S. 9.
[xxv]
William E. Burrows & Robert Windrem,
Critical Mass, London 1994, S.
313.
[xxvi]
Vgl. Yossi Melman, The New
Israelis. An Intimate View of a Changing People, New York 1992, S. 80.
[xxvii] Vgl. Jürgen Streich, a.a.O., S. 72
[xxviii]
Yoel Cohen,
Die Vanunu-Affäre. Israels Geheimes Atompotential, Heidelberg 1995,
S. 24
[xxix] Ephraim Lahav, »Israelische Analyse: Irak wird stärkste Macht am Golf«, in: Die Welt, 26.9.1980, S. 1.
[xxx]
Ed Blanche, »Israel mulls
strike on Iran«, in: Jane’s Defence
Weekly v. 7.10.1998, S. 27.
[xxxi]
Warner D. Farr,
o.o.A.
[xxxii]
»Robert Fisk on Wesley Clark & Iraq: ›What is Happening Is An
Absolute Slaughter Every Night of Iraqi People‹«, in: Democracy now! v. 18.9.2003, in: http://www.democracynow.org/article.pl?sid=03/09/18/1757243
[xxxiii]
www.nahost-politik.de/europa/eu-studie.htm
[xxxiv] Katja Ridderbusch, »Laut Umfrage sehen EU-Bürger in Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden«, in: Die Welt, 4.11.2003, S. 6.
[xxxv]
Vgl. Danièle Weber, »Israel: Feind Nummer eins«, in: Jungle World
v. 12.11.2003.
[xxxvi]
Gwynne Dyer, »Europas Antisemiten«, in: The Jordan Times v. 5.11.2003, in: http://jordantimes.com/Wed/opinion/opinion4.htm
[xxxvii]
»Netanjahu
stellt baldigen Rückzug aus Südlibanon in Aussicht«, in: Süddeutsche
Zeitung v. 3.3.1999, S. 8.
[xxxviii]
Noam Chomsky, Keine Chance für Frieden. Warum mit Israel und den USA kein Palästinenserstaat
zu machen ist, Leipzig 2005, S. 104.
[xxxix]
William E. Burrows
& Robert Windrem, Critical
Mass, London 1994, S.
286.
[xl]
Martijn Delaere & Tamir Eshel,
»Chemical cargo report prompts crash inquiry« in: Jane‘s Defence Weekly v. 14.10.1998, S. 6.
[xli]
Uzi Mahnaimi und Marie Colvin,
»Israel planning ›ethnic‹ bomb as Saddam caves in«, in: The Sunday Times (London) v. 15.11.1998. vgl. David Duke, Jewish
Supremacism, S. 238.
[xlii] »Israel soll auf Massenvernichtungswaffen verzichten«, in: Die Welt v. 21.12.2003.
[xliii] Zitiert nach »Scharon droht mit Israels Militärmacht«, in: Spiegel Online v. 14.12.2005.
[xliv]
»Neue Grobheiten Ahmedinedjads
gegen Israel«, in: Neue Zürcher
Zeitung v. 10.-11./12.2005, S. 1.
[xlv]
Werner Maser, Fälschung,
Dichtung
und Wahrheit über Hitler und Stalin,
München 2004, S. 350.
[xlvi]
Mariam Lau, »Mahler darf nicht
zur Holocaust-Konferenz«, in: Die Welt
v. 31.1.2006.