Die Holocaust-Industrie
Organisierte Ausbeutung menschlichen Leides
Gedanken zu Norman G. Finkelsteins Originalausgabe
The Holocaust Industry
(London/New York 2000)
Der vorliegende Artikel wurde im Februar 2001 in DEUTSCHLAND IN GESCHICHTE UND GEGENWART veröffentlicht. Er ist der umgeschriebene und verkürzte Teil eines Kapitels aus Dr. Nordbruchs neuestem Buch, das unter dem Namen Der deutsche Aderlaß im Mai 2001 bei Grabert erschienen ist, und in dem sich der Verfasser kritisch u.a. mit der Thematik »Deutsche Zwangsarbeiter und deren Entschädigung« auseinandersetzt.
Als voriges Jahr im Sommer in Berlin die »Abschlußerklärung zur NS-Zwangsarbeiterfrage« unterschrieben wurde, sahen deutsche Zeitungen im allgemeinen keinen Bedarf, diese fragwürdige und für hiesige Verhältnisse doch so bezeichnende Handlung kritisch zu kommentieren. Wenigstens die JUNGE FREIHEIT fand den Mut, besagte »bundesdeutsche Zeremonie« bedeutungsgerecht zu würdigen: »Fröhlich zelebrierte man den Schlußpunkt unter eine kapitale Erpressung. Lambsdorff und der amerikanische Unterhändler Stuart Eizenstat umarmten sich, als habe man einen Pokal gewonnen [...] Auch hatte man sich die Laune keineswegs dadurch verderben lassen, daß [der Klägeranwalt Edward] Fagan noch auf der Zielgeraden gekonnt die Erpressung auf die Spitze trieb, die Unterschrift verweigern wollte, um die Anwaltshonorare noch einmal hochzutreiben.« Auffallend ist, mit welcher Nervosität und Unrast bundesdeutsche Volksvertreter, unterstützt von der Masse der bundesdeutschen Medien, darauf drängen, die Gelder nicht nur rasch zusammenzukriegen, sondern auch rasch zu verteilen.
Dabei sah es im Mai 2000, jedenfalls für die unbedarfte Öffentlichkeit, noch so aus, als ob der Entschädigungsfond für Zwangsarbeiter platzen würde, da sich die meisten Firmen standhaft weigerten, wieder einmal zur Kasse gebeten zu werden. Das Meinungskartell konnte dies natürlich nicht zulassen und hob mahnend den politisch korrekten Zeigefinger. Deutsche Firmen im Verzug hieß es da in bundesdeutschen Zeitungen. Gar an den Pranger gestellt müßten sie werden, die ebenso ausbeuterischen wie uneinsichtigen Firmen - jedenfalls wenn es nach dem stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, und den Sprecher der Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft, Wolfgang Gibowski ginge. Volksvertreter, von denen man es bislang weniger gewöhnt war, machten sich gar Sorgen um den deutschen Ruf im Ausland. So meinte zum Beispiel der ums Ansehen des Vaterlandes besorgte Bündnisgrüne Volker Beck, daß ein Scheitern der Entschädigung einem moralischen Versagen der deutschen Wirtschaft gleichkäme. Deutschland wäre dann international blamiert und das Markenzeichen Made in Germany bekäme für lange Zeit einen schlechten Ruf. In die gleiche Kerbe schlug der Beauftragte der Bundesregierung für die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter, Otto Graf Lambsdorff. Er fände es nicht nur ärgerlich, sondern auch noch peinlich, daß das Geld nicht zügiger zusammenkäme. Die zögerlichen Einzahlungen schadeten dem Ansehen der deutschen Wirtschaft in der Welt.
Geht es bei den Entschädigungsdebatten wirklich um Fragen über die Entlastung bedürftiger Menschen oder handelt es sich bei den Zahlungen, die längst in Milliardenhöhe erfolgen, nicht eher um gewaltige Finanzspritzen für jüdische Interessenverbände? Gewiß, allein schon diese Frage ist ketzerisch - und trotzdem berechtigt. Immerhin scheint es in der Vergangenheit keineswegs eine Ausnahme gewesen zu sein, daß enorme Beträge, die unter den Bezeichnungen »Wiedergutmachung« oder »Entschädigung« angewiesen wurden, ihr beabsichtigtes Bestimmungsziel nie erreicht haben. Der MÜNCHNER MERKUR vom 14. Dezember 1990 beispielweise berichtete unter der bezeichnenden Überschrift Entschädigungsgelder für KZ-Opfer verjubelt, daß Millionen von DM, die für Opfer medizinischer Versuche in deutschen Konzentrationslager vorgesehen waren, von Ehefrauen des damaligen polnischen Politikerestablishments bei Großeinkäufen in Paris verjubelt worden seien. Auch die gewiß nicht allzu israelkritische WELT gab im Mai 2000 zu bedenken, daß die Gelder, gerade was Zahlungen an Israel und jüdische Organisationen betrifft, »nicht immer« bei den wirklichen NS-Opfern ankommen. Tatsächlich wurde deutscherseits nie auch nur der Versuch unternommen, die Verwendung der Entschädigungszahlungen effektiv zu kontrollieren. Der amerikanisch-jüdische Politologe Prof. Norman G. Finkelstein hat nachgerechnet: »Nur etwa 15 Prozent der deutschen Wiedergutmachungs-Gesamtleistungen seien Opfern der NS-Judenverfolgung zugute gekommen. Anders ausgedrückt: 85 Prozent sind zweckentfremdet, ja mißbraucht worden. Es ist schon grotesk, wenn deutsche Politiker und Journalisten diesen Vorwürfen nicht etwa nachgehen, sondern über Finkelstein mit dem ‚Argument' herfallen, seine Enthüllungen seien Wasser auf antisemitische Mühlen. Wieder einmal werden Ursache und Wirkung verwechselt.« Und dies scheint nicht nur in bundesdeutschen Landen Usus zu sein: Österreichische Politiker stehen ihren bundesdeutschen Kollegen bezüglich bereitwilliger und großzügiger Zahlungen um nichts nach. Am 1. Mai 2000 erklärte Maria Schaumayer, die österreichische Regierungsbeauftragte für die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern, in der Sendung Pressestunde im Österreichischen Rundfunk, daß Österreich umgerechnet sechs Milliarden Schillinge (etwa 857 Millionen DM) Entschädigung an NS-Zwangsarbeiter zahlen werde. Dieses Geld sollten österreichische Gemeinden, die Länder und der Bund sowie österreichische Firmen in einen Fonds für Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit einbezahlen. Bundesdeutsches Schema F. Und doch anders, denn in Wien, im Gegensatz zu Berlin, erfolge die Auszahlung an den Antragsteller nur dann, »wenn der Adressat erklärt, mit Erhalt des Geldes keinerlei Forderungen mehr an die Republik Österreich zu stellen.« Inwiefern dies auch garantiert werden kann, scheint angesichts der Tatsache, daß die Gelder an etwaig Berechtigte nicht direkt aus Österreich ausgezahlt werden, sondern von »Partnerorganisationen«, sprich Stiftungen in Rußland, Ungarn, Weißrußland und in der Ukraine verteilt werden, freilich fraglich. Auch Interessenvertreter und Anwälte wollen leben, und zwar nicht schlecht. Immerhin gehen zumindest 10%, manches Mal 20%, ja sogar ein Viertel der einzelnen Entschädigungssummen als »Honorar« an ebenso emsige wie zwielichtige Rechtsanwälte ab, die die Chance ihres Lebens wittern und den Reibach in selbigem zu machen gedenken. Auf eine entsprechende Anfrage des CDU-Bundestagsmitgliedes Martin Hohmann antwortete die Bundesregierung am 23. Februar 2000, daß sogar nur 15 Prozent der bisherigen Gelder, die der Jewish Claims Conference (JCC) überwiesen wurden, auch an ehemalige jüdische Opfer weitergeleitet worden seien. Wohin, so drängt sich die Frage auf, ist das Gros der Wiedergutmachungsgelder geflossen? Finkelstein antwortet in diesem Zusammenhang mit bezeichnenden Auflistungen: Das Jahresgehalt des Leitenden Sekretärs (Executive Secretary) der JCC, Saul Kagan, ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender einer New Yorker Bank, der der 33fachen Veruntreung von Geldern und Krediten überführt worden war, betrug 105.000 Dollar. Alfonse d'Amato, ehemaliger Senator von New York, nimmt ein Studenhonorar von 350 Dollar plus Spesen, wenn er zwischen Holocaustüberlebenden einerseits und bundesdeutschen und österreichischen Banken andererseits vermittelt. Lawrence Eagleburger, ehemaliger Staatssekretär unter Präsident George Bush sen., kassiert ein Jahreseinkommen von 300.000 Dollar als Vorsitzender der International Commission on Holocaust-Era Insurance Claims. Usw. usf. Angesichts dieser Skandale wundert es nicht, daß Autoren vermehrt gegen diese Machenschaften aufbegehren. Natürlich keine deutschen. Dafür aber jüdische und amerikanische. Norman Finkelstein zum Beispiel. Seinem jüngsten Buch hat er den bezeichnenden Namen The Holocaust Industry gegeben. In dieser brisanten Veröffentlichung, die sich aufgrund zunehmender Meinungsäußerungsschranken kaum ein Nichtjude hätte erlauben dürfen, beschuldigt Finkelstein gerade jüdische Organisationen, wie z.B. den Jüdischen Weltkongreß und die Jewish Claims Conference des Betruges: »Sie mißbrauchen den guten Willen der Deutschen, indem sie Geld erpressen und ihre Geldschränke füllen. Mit ihren skrupellosen, gemeinen Erpessungstaktiken sind diese jüdischen Organisationen die wichtigsten Förderer des Antisemitismus geworden.« Diesen schwerwiegenden Vorwurf hatte einer dpa-Meldung vom Oktober 1989 zufolge bereits der Oberrabiner Britanniens, Sir Jakobovitz, erhoben. Er kritisierte, daß es für die während des Dritten Reiches begangene Judenverfolgung heute »einen ganzen Industriezweig mit großen Profiten für Autoren, Forscher, Museenplaner und Politiker« gebe. Vielerorts spreche man wohl nicht zu Unrecht längst von einem Shoa-Business. Gerade dieser kaltblütigen Geschäftemacherei nimmt Finkelstein sich in The Holocaust Industry kritisch an.
Finkelstein geht davon aus, daß das erlittene Leid der Juden zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, im folgenden Holocaust genannt, sich längst als eine »unentbehrliche ideologische Waffe« bewährt habe, »mit deren Anwendung eine der schrecklichsten [most formidable] Militärmächte der Welt, die ein entsetzliches Register von Menschenrechtsverletzungen aufweist, selbst in die Rolle eines ‚Opfer'-Staates geschlüpft ist und die erfolgreichste ethnische Gruppe in den Vereinigten Staaten ebenso einen Opferstatus erlangt hat.« Der Holocaust »erwies sich als die perfekte Waffe, jegliche Kritik an Israel abzubiegen.« Und natürlich um Unmengen von Geldern zu kassieren. Weltweit. Das hierzu unabdingbar notwendige Holocaustbewußtsein, so erkannte schon 1983 der israelische Schriftsteller Boas Evron, sei eigentlich eine offizielle propagandistische Indoktrination, eine Schnellfabrikation von Schlagworten (a churning out of slogans) und eine trügerische Auffassung von der Welt. Das wahre Ziel dieses »Bewußtseins« sei mitnichten ein Verstehen der Vergangenheit, sondern eine Manipulation der Gegenwart. Der Holocaust sei damit ein mächtiges Werkzeug in den Händen des internationalen Judentums.
Zwei wesentliche Dogmen untermauern, Finkelstein zufolge, den Rahmen des internationalen Holocaustgeschäftes: Erstens die Behauptung, der Holocaust stelle kategorisch ein einmaliges Ereignis in der Geschichte dar und zweitens, der Holocaust kennzeichne den Höhepunkt eines irrationalen, ewigen Hasses von Nichtjuden auf Juden. Beide dieser Dogmen seien Mitte der sechziger Jahre entwickelt und seitdem erfolgreich propagiert worden. Tatsächlich scheint Finkelstein, mit dieser These vor der geschichtlichen Wahrheit bestehen zu können: In den Nachwehen des Zweiten Weltkrieges galt der Holocaust (Nazi holocaust) nicht als ein einzigartiges jüdisches, d.h. historisches Ereignis in der Geschichte. Erst nach 1967, dem Jahr des Sechs-Tage-Krieges, der verstärkt internationale Kritik an Israel hervorrief, wurde der Holocaust als einzigartig, ohne Parallele in der Geschichte der Menschheit dargestellt. War die Vernichtung der eingeborenen amerikanischen Bevölkerung, der Indianer, kein Holocaust? War die Abschlachtung Hundertausender Armenier durch die Türken nach dem Ersten Weltkrieg kein Holocaust? War die Vernichtung Dresdens kein Holocaust? War der Atombombenabwurf auf Hiroshima kein Holocaust? War die Vertreibung und Verschleppung von Millionen von deutschen Menschen kein Holocaust? Offensichtlich nicht. Und dies aus einfachem Grund: Wenn es sich darstellen läßt, daß die Juden selbst »den größten« oder »den schlimmsten« Völkermord erlitten haben, also »den einzigartigen« Genozid, dann ist die Grundlage für die u.a. von Elie Wiesel immer wieder herausgestellte These geschaffen, die Juden selbst seien einzigartig, und damit nicht zu Letzt der Weg geebnet, finanziellen Nutzen hieraus zu ziehen. Hierbei ist weniger an Opfer gedacht, sondern an eine ganze Industrie, die davon lebt. Beispielsweise Schriftsteller, die ohne besondere Rücksicht auf den Wahrheitsgehalt ihrer Veröffentlichungen legen zu müssen, offensichtlich nach dem Motto agieren »je oller desto doller« und damit Publizität und vor allem Profit einheimsen. Jerzy Kosinski zum Beispiel, der mit The painted bird (1965) ein »Grundlagenwerk« und einen Bestseller schrieb, der an Universitäten und Schulen zur Pflichtlektüre erhoben wurde, obgleich es sich hierbei eher um pathologische Erzählungen denn um Wiedergaben historischer Ereignisse handelte. Oder Binjamin Wilkomirski, der mit seinem Buch Fragments (1996) das grauenhafte Schicksal seiner eigenen Familie vermarkete und dafür international Lob (und natürlich Gelder) kassierte - bis sich herausstellte, daß es sich bei Wilkomirski um ein Pseudonym handelte, dieser obendrein weder Jude ist, schon gar nicht verfolgt worden war und eben nichts anderes als eine Fiktion veröffentlich hatte. Die Holocaust-Industrie war hiervon jedoch nicht bestürzt. Im Gegenteil, Israel Gutman, Dozent an der Hebräischen Universität, beispielsweise meinte, daß es nicht wichtig sei, ob die Fragments eine Fälschung seien. Wichtig sei der Schmerz, der dieser Geschichte obliege und der sei authentisch. Die vorerst letzte Veröffentlichung dieser Sparte waren Hitler's willing Executioners (1996) von Daniel Jonah Goldhagen, das in 13 verschiedene Sprachen übersetzt, zu dem Renner in der Medienwelt überhaupt avancierte und in geradezu traumhaften Ausmaßen - den Erfolgen von Kinofilmen eines Steven Spielberg nicht unähnlich -, »Holocash« einbrachte.
Das Rad läßt sich weiter spinnen. Aufgrund dieser Machenschaften und infolge der Überbetonung von Mahnmälern genießen ehemalige Konzentrationslagerhäftlinge, Finkelstein zufolge, nunmehr den Ruf von Heiligen: Niemand wage es mehr, ihre Äußerungen in Frage zu stellen. Folglich nimmt die Anzahl der Überlebenden in Verdrehung der biologischen Gesetze, zu anstatt abzunehmen. So erwähnt Finkelstein Juden, die sich zwar während des Krieges niemals im deutschen Machtbereich aufgehalten hätten, sich dennoch als Holocaustüberlebende ausgeben, da die Großeltern ja in Auschwitz umgekommen seien. Das Hauptmotiv für eine derartige inflationäre Mache sei leicht zu durchschauen: Es dürfte sich als ziemlich schwierig erweisen, immer und wieder neue finanzielle Forderungen zu stellen, wenn es nur mehr eine Handvoll Überlebende gibt.
Der Jüdische Weltkongreß, bis zur Diffamierungkampagne gegen Kurt Waldheim, eine morbide Organisation, erwachte zu neuem Leben, als sie vor fünf Jahren die Schweiz als leichtes Opfer ausmachte - die Schweiz war und ist durch wirtschaftlichen Druck seitens der amerikanischen Industrie höchst verwundbar - , galt es doch, »das jüdischen Vermögen«, das seit Jahrzehnten auf schweizerischen Bankkonti ruhte, »den Juden« wiederzugeben. Ende 1995 trafen sich Schnapszar Edgar Bronfman, Vorsitzender des Jüdischen Weltkongresses, und sein Generalsekretär, Rabbi Israel Singer, zum ersten Mal mit Schweizer Bankern. Die beiden Geschäftsleute, nicht auf den Mund gefallen, gaben an, für das jüdische Volk und die sechs Millionen Juden zu sprechen, die »nicht mehr für sich selbst sprechen« könnten. Die Schweizer ließen sich daraufhin nicht etwa eine Legitimation oder Autorisation vorlegen, sondern erklärten über 775 Konti mit insgesamt 32 Millionen Dollar zu verfügen, die bislang nicht angefordert worden seien. Eine Unvorsichtigkeit, die die Schweizer teuer zu stehen kommen sollte. Jedenfalls boten die Schweizer dem Weltkongreß genau diese Summe als Verhandlungsbasis an. Für Bronfman und Funktionäre freilich ein Armenwitz.
Singer wußte, daß das Letzte, was Banken brauchen, eine negative Publicity ist. Folglich wurde nicht zu Letzt unter Mithilfe US-Präsident Bill Clinton eine Medienkampagne inszeniert, die auf die Verunglimpfung der Schweizer und ihrer Banken hinauslief. Es galt, die Schweizer weichzukochen. Und dies gelang mit vereinten Kräften nach dem Motto, die Schweizer würden mit »Nazi-Gold« und mit den von Holocaustopfern und -überlebenden gestohlenen Milliarden (!) Geschäfte machen. Bronfman gab sich zudem moralisch: Die Zeit dränge, die Gelder ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzuerstatten bzw. bedürftigen Überlebenden auszuzahlen. Im Dezember 1996 boten die Schweizer bereits 250 Millionen Dollar an, worauf Bronfman die Nase rümpfte und meinte, nicht auf Almosen angewiesen zu sein und unter solchen Umständen, die Gelder aus eigener Tasche bezahlen zu wollen. Im Juni 1998 waren die Schweizer ultimativ »zu einem letzten Angebot« in Höhe von 600 Millionen Dollar bereit, worauf sich das jüdische Establishment empörte: »Ein Ultimatum ist eine Beleidigung am Gedenken der Opfer, ihrer Überlebenden und jenen in der jüdischen Gemeinschaft, die in gutem Glauben den Schweizern die Hände reichten, um zusammen diese höchst schwierige Angelegenheit zu lösen.« Wenige Wochen später, Mitte August, kapitulierten die Schweizer und stimmten überein, nicht weniger als 1,25 Milliarden Dollar auszuzahlen. Wie einer Presserklärung der Banken zu entnehmen ist, um damit drohenden Sanktionen zu entgehen, denn freilich hatten die Schweizer sich weder während des Zweiten Weltkrieges noch danach an »jüdischen Milliardenvermögen« bereichert. Selbst die NEW YORK TIMES war sich dessen bewußt und schrieb am 7. Dezember 1999 in einem Artikel vom Betrug an den Schweizer Banken (deceptions of Swiss banks) und die TIMES bestätigte, daß kein Beweis vorläge, daß die Schweizer Banken je ruhende Konti von Juden mißbraucht hätten.
Mit der Schweizer »Übereinkunft« war die Büchse der Pandora endgültig auch jenseits der deutschen Grenzen geöffnet. Stuart Eizenstat, Untersekretär im Handelsministerium, konnte frohlocken: Die erreichte Vereinbarung über die schweizerische Entschädigung am Judentum, sei ein wichtiger Test für die Bereitschaft der jetztigen Generation, der Vergangenheit ins Gesicht zu schauen und die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.
Derart moralische Worte fallen in der BRD und in Österreich auf fruchtbaren Boden. Das weiß auch die Holocaust-Industrie. Grund genug, die Strategie, die bei den Schweizern so reiche Ernte eingefahren hatte, nochmals bei den Deutschen anzuwenden. Die gleichen jüdischen Interessenvertreter wandten sich nun an die deutsche Industrie und forderten eine »Wiedergutmachung« für Fremdarbeiter - welche theatralisch Zwangsarbeiter genannt wurden oder gar zu Sklaven mutierten - von nicht weniger als 20 Milliarden Dollar. Nun ist es ja nicht gerade das erste Mal, daß die Deutschen zur Kasse gebeten wurden, zumal deutsche Firmen längst und zwar auf freiwilliger Basis Gelder in zweistelliger Millionenhöhe entrichtet hatten. Die Zahlungsmoral war folglich nicht die beste und bedurfte der Nachhilfe. Aus diesem Grunde nutzte die Holcaustindustrie ihre Medien und setzte in vielen Tageszeitungen ganzseitige Anzeigen, die die deutsche Industrie verunglimpften. Alle Register wurden gezogen: Mercedes habe mit Hilfe von Sklaven Autos gebaut, Bayer habe direkt von Dr. Josef Mengele profitiert usw. Immer wieder mahnten selbsternannte Berufene, daß »die Deutschen« eine moralische Verpflichtung hätten, endlich (!) die (jüdischen) Fremdarbeiter zu entschädigen. »Diese Sklaven«, säuselte Eizenstat, »verdienten ein kleines Maß an Gerechtigkeit in den wenigen ihnen noch verbleibenden Jahren ihres Lebens.« Finkelstein widert eine derartige Heuchelei an. Er weist korrigierend daraufhin, daß es einfach unwahr sei zu behaupten, den jüdischen Fremdarbeitern sei nie eine Entschädigung für ihre Arbeitsleistung zugestanden worden. Vielmehr seien sie bereits bei vielfältigen Entschädigungszahlungen an ehemalige KL-Häftlinge berücksichtigt worden. Es sei eine Unverschämtheit, 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges Gelder für »bedürftige Holocaustopfer« einzufordern und so zu tun, als hätten diese bislang in Armut gelebt, weil sie von den Deutschen niemals entschädigt worden seien. Eine andere Sache ist, wie bereits gesagt, daß die hierfür vorgesehenen Gelder nie ihren von Deutschen beabsichtigten Bestimmungsort erreicht haben, sondern in auffallender Regelmäßigkeit bei der Claims Conference versiegen. Finkelstein hat große Zweifel, daß die neuen Gelder die »bedürftigen Holocaustopfer« erreichen werden. Oder konnten die Gelder diese Opfer gar nicht erreichen, da sie gar nicht existieren, nie existiert haben?
Erscheint es nicht überaus merkwürdig, einen Geldbetrag festzusetzen, ohne vorher die Anzahl berechtigter Empfänger festgestellt zu haben? Finkelstein zitiert maßgebliche jüdische Publizisten, die sich in diesem Zusammenhang bereits geäußert haben: Der Historiker Henry Friedlander beispielsweise gibt in seiner 1995 vom Holocaust Memorial Museum in Washington herausgegebenen Publikation Darkness and Dawn in 1945: The Nazis, the Allies, and the Survivors, die Zahl der überlebenden jüdischen Zwangsarbeiter mit 100.000 an. Mit dieser Ziffer gehört Friedlander bereits zu denjenigen unter den Wissenschaftlern, die von einer sehr hohen Zahl Überlebender ausgeht. Der Historiker Leonard Dinnerstein geht zunächst von 60.000 Überlebenden aus, von denen 20.000 unmittelbar nach ihrer Befreiung gestorben seien. Ohne jeden wissenschaftlichen Beleg behauptete Stuart Eizenstat während der Verhandlungen mit der deutschen Industrie hingegen, heute würde noch eine viertel Million ehemaliger Zwangsarbeiter leben, wovon 135.000 Juden seien. Würden diese Zahlen stimmen, müßten nach Finkelsteins Berechnungen 600.000 jüdische Zwangsarbeiter überlebt haben. Dies wiederum hochgerechnet würde bedeuten, daß Millionen KL-Häftlinge überlebt haben und die Endlösung keineswegs so effizient gewesen sein konnte, wie dies allgemein hingestellt wird. Damit aber würde das maßlose Fordern von Geldern für (angebliche) Überlebende, sogar Öl in das Feuer sogenannter Holocaustleugner bedeuten, die meinen, daß es niemals soviele Opfer gegeben haben kann, wie bereits Zahlungen angewiesen worden sind. Sollte an Meldungen, wie z.B. jüngst in einer amtlichen syrischen Zeitung zu lesen, etwas dran sein, die behauptete, Israel erfinde Geschichten über den Holocaust, um von Deutschland und anderen Staaten noch mehr Gelder zu erheischen? Für Norman Finkelstein steht jedenfalls fest, daß die Holocaust-Industrie vollkommen außer Rand und Band geraten ist (has clearly gone beserk).
Anmerkung:
Alle Quellenangaben und Fußnoten sind dem Originalartikel in der DGG 1/2001 zu
entnehmen.
© Dr. Claus Nordbruch 1/2001