Vorwort zu dem Insider-Buch
ANTIFA HEISST GEWALT
Im März 2001 hatte der Bundestag mit großer Mehrheit einen »Aktionsplan« gegen den sogenannten Rechtsextremismus beschlossen. Obgleich es, von einem Minimalkonsens einmal abgesehen, keine allgemein verbindliche Definition gibt, was unter »Rechtsextremismus« zu verstehen ist, geschweige denn eine umfassende allgemeingültige Theorie desselben existiert, verwundert es auf den ersten Blick, daß für die Bekämpfung dieses vage umrissenen Feindes die immerhin nicht unwesentliche Summe von 50 Millionen DM bereitgestellt wurde. Ferner unterstützte der Deutsche Bundestag im Frühjahr 2001 die Bundesregierung bei der »Bekämpfung des Rechtsextremismus« ein möglichst alle Gesellschaftsschichten übergreifendes Bündnis »Für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt« aufzubauen. In diesem Bündnis sind neben den einzelnen Bundesministerien, der Ausländer- und Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, den Ländern und Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, Medien, Sportverbänden, der Universitäten, den Stiftungen und allen »demokratisch orientierten« gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen regionale Initiativen und Bündnisse zusammengeführt und vernetzt. Eine beeindruckende Solidaritätsfront.
Und das ist beileibe nicht alles, was man im Kampf gegen den ominösen Staatsfeind Nummer eins hineinwirft: »Im Kampf gegen rechts setzt der Staat immer mehr auf repressive Mittel und Grundrechtseinschränkungen. Auf der Agenda stehen da unter anderem Demonstrationsverbote, Strafrechtsverschärfungen und die Änderung des G-10-Gesetzes zwecks Ausweitung der Möglichkeiten der Telefonüberwachungen. Die Parteien überbieten sich hierbei mit immer weiterreichenden Vorschlägen.« Diese den Sachverhalt treffend skizzierende Beschreibung der Verhältnisse finden wir nicht etwa in Nation & Europa, in Deutschland in Geschichte und Gegenwart oder in sonst einer als »rechts« titulierten Zeitschrift. »Wie bitte? Wo denn sonst, wenn nicht da?«, ist man geneigt auszurufen. Es hat keinen Sinn zu raten, man käme doch nie darauf: Wir finden sie nirgends anders als ausgerechnet in den Antifaschistischen Nachrichten.
Das bereitstehende Repertoire zur Unterdrückung politisch wirklich Andersdenkender ist überaus vielfältig. Niemand scheint offensichtlich auf den Gedanken zu kommen, daß eben diese hierfür angewandten Mittel, Methoden und Maßnahmen exakt die sind, mit denen totalitäre Regimes ihre Gegner kalt zu stellen pflegen. »Politische Abschreckungsurteile, die im Schnelltempo durchgezogen werden, Berufs-, Vereins-, und Parteienverbote, öffentliche Hetze und Aufforderung zur Denunziation, Bespitzelungen, die bis in die Privatsphäre reichen« [1], stellen das Arsenal der repressiven Gewalten dar.
Immer mehr der »anti«-faschistischen Szene zuzurechnenden Intellektuelle erkennen die staatlichen repressiven Maßnahmen gegen national gesinnte Jugendliche und verwerfen sie als undemokratisch bzw. kontraproduktiv. Freerk Huisken beispielsweise, Hochschullehrer an der Universität Bremen, ist das »nicht gerade zimperliche Vorgehen des Staates gegen Rechtsextreme« aufgefallen. Er schreibt auf der Umschlagrückseite seines lesenswerten Buches: »Plötzlich soll es sich bei den Glatzen nicht mehr um ›orientierungslose‹ Opfer von ›Individualisierungsprozessen‹ und ›sozialen Schieflagen‹ handeln, sondern um ›politische Überzeugungstäter‹. Integration ist out, Desintegration, Ächtung und Einsperren rechter Jugendlicher ist in.« Die gewaltsame Unterdrückung jeglicher prodeutscher Agitation ist in der Bundesrepublik Deutschland längst Doktrin. In diesem Grundsatz vereinigen sich »anti«-faschistische Gewalttäter mit opportunistischen Politikern aller Schattierungen.
Bezeichnenderweise will auch die Union nicht hintenanstehen, wenn es darum geht, »Rechten« eine reinzudrücken. Wolfgang Bosbach, Fraktionsvize im Bundestag, beispielsweise hebt bei jeder passenden und vor allem unpassenden Gelegenheit hervor, daß Demonstrationen der NPD vor allem dem Ansehen Deutschlands in der Welt schadeten. Es gelte deswegen, so kündigte er an, im Namen seiner Fraktion einen entsprechenden Gesetzesentwurf im Bundestag vorzulegen. Dieser solle unter anderem beinhalten, daß Versammlungen auch dann eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellen, wenn erhebliche Belange der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere außenpolitische Interessen oder völkerrechtliche Verpflichtungen, beeinträchtigt würden. [2] Also Demonstrationen gegen den Krieg in Afghanistan beispielsweise oder Proteste gegen die volksverhetzende Anti-Wehrmachtsausstellung? Berlins ehemaliger Innensenator Eckart Werthebach (CDU) setzte noch einen drauf: »Na gut, wie sind kein Polizeistaat und wollen kein Polizeistaat werden. Aber ich habe gesagt, wir müssen die Szene verunsichern, wir müssen möglichst viele V-Leute einschleusen in die Szene, also in die rechtsextremistischen Organisationen und Parteien, um zu wissen, was dort gedacht wird und welche Pläne bestehen.«
Bespitzelung und Unterwanderung unliebsamer politischer Gegner, ihre obligatorische Diffamierung, wehrdemokratische Unterdrückung und rabiate Strafverfolgung von »Rechten« ist heutzutage in. Und staatlich sanktioniert. Diese Zustände haben Ausmaße angenommen, daß immer mehr Kritiker inzwischen – nicht zu Unrecht - vom Antifa-Staat sprechen. In einem solchen Staat verwundert es kaum, daß sowohl Otto Schily (SPD) und Günther Beckstein (CSU) als auch Angela Merkel (CDU) und Reinhard Höppner (SPD) ungeniert von »Repression« reden. Es gelte, den Staat als »Repressionsapparat« zum Einsatz zu bringen. Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Hatten uns die bundesdeutschen Berufsdemokraten bisher nicht mit erhobenen Zeigefinger gelehrt, daß staatliche Repressionsmaßnahmen gegen Andersdenkende Kennzeichen totalitärer – eben faschistischer! – Regimes seien? Galt es bislang nicht als schwerwiegende Verunglimpfung, ja als strafrechtlich relevante Handlung, die Bundesrepublik Deutschland der Repression zu bezichtigen?
Die Straftaten der »Rechtsextremisten«, so heißt es wenigstens in den mit Vorsicht zu genießenden sogenannten Verfassungsschutzberichten [3] sowie in den vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung herausgegebenen Sozialpolitischen Umschau vom 4. September 2001, stiegen seit Jahren kontinuierlich an. Diese Behauptungen erstaunen. Noch am 19. November 2000 hieß es in der Welt am Sonntag auf Seite 4: »Die Zahl der rechtsextremen oder fremdenfeindlich motivierten Straftaten in Deutschland ist während der vergangenen Jahre kontinuierlich zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Bundesinnenministeriums, die Welt am Sonntag vorliegt.« Dieser Widerspruch wird nicht gerade dadurch behoben, wenn Die Welt nicht einmal viereinhalb Monate später, am 30. März 2001 unter Berufung auf den Bundesverfassungsschutzbericht 2000 behauptet, die »Zahl rechtsextremer Straftaten steigt weiter an«. Verwirrung total. Kleine Panne im Propagandaapparat?
Die Behauptungen vom Anstieg besagter Straftaten erweisen sich bei näherem Hinsehen als Augenwischerei: Über 80 Prozent dieser »rechten Straftaten« sind sogenannte »Propagandadelikte«, wie zum Beispiel das Verbreiten der sogenannten Auschwitz-Lüge oder das Tragen von Kleidungsstücken, auf denen sich Zahlenkombinationen, beispielsweise »18« (angebliches Synonym für »Adolf Hitler«) oder »88« (angebliches Synonym für »Heil Hitler«) befinden. Das Verwenden dieser und anderer Zahlenfolgen ist freilich nicht immer strafrechtlich relevant: Erinnert man sich vielleicht noch an den innerparteilichen von den Maoisten Antje Vollmer und Ralf Fücks inszenierten Aufbruch 88 der Grünen? Oder ist wenigstens noch das etwas überhebliche Projekt 18 des Herrn Jürgen Möllemann (FDP) ein Begriff? Auch das Fachgeschäft Sport 88 auf der Oranienstraße 185 in Berlin braucht sich kaum über gesinnungspolitische Überwachung Sorgen zu machen. Ebensowenig wie der Hollywoodstreifen Rocky als versteckte Doppelverherrlichung Adolf Hitlers interpretiert wird. Immerhin wohnt der Held des Geschehens - Rocky Balboa dargestellt von Sylvester Stallone -, in einem Haus, an dem ausgerechnet die Hausnummer 1818 prangt. Und selbst Berlins »größter Fernsehdienst« steht nicht auf der Abschußliste, obgleich dessen Telephonummer doch von geradezu herausragender Provokation strotzt: 88088. Warum eigentlich nicht? Weil in unserem feinen Rechtsstaat Unterstellungen und Stigmatisierungen, wie eben hier Zahlenkombinationen, willkürlich angewandt und dazu mißbraucht werden, um Stimmung zu machen. Stimmung gegen »rechts«.
Ist jemand in unserem freiheitlichen System als »rechts« entlarvt, werden alle Register der wehrhaften Demokratie gezogen. Selbst ausländische Fußballspieler (siehe Werder Bremen) bzw. ausländische Fußballfans, die – vermutlich bis an die Oberkante Unterlippe abfüllt – den rechten Arm zum Gruße heben, dürften dann in den Statistiken (und damit in den Verfassungsschutzberichten) unter der Rubrik »rechtsextremistische Straftaten« aufgenommen werden. Stockbesoffene Proleten, die Hosen vollgepinkelt, werden es jedenfalls. Aber auch die in der Medienwelt ebenso inflationär wie willkürlich gebrauchte Verwendung von Schlagworten wie »rechtsradikal«, »rechtsextrem«, »faschistisch«, »neofaschistisch«, »rechtslastig« usw. erhöht realistisch gesehen weder die Anzahl der »nazistischen« Bösewichte noch deren »Straftaten«.
Natürlich gibt es, wie in den meisten Subkulturen, auch echte Gewalttaten. Als Gewaltverbrechen, die von tatsächlichen oder vermeintlichen Angehörigen der »rechten« Szene begangen werden, auch wenn es sich bei diesen geistigen Tieffliegern vielfach um vom Verfassungsschutz eingeschleuste Spitzel und Provokateure handelt. Dem aktuellen Verfassungsschutzbericht des Bundes zufolge konnten 2000 ganze 998 von »Rechtsextremisten« begangene Gewalttaten (davon 874 Körperverletzungen) gezählt werden. Nur fallen diese, angesichts der 6,3 Millionen im gleichen Zeitraum in der Bundesrepublik Deutschland verübten Gewaltdelikte (bei steigender Tendenz) kriminalistisch gesehen wirklich so arg ins Gewicht, wie sie von Medien, Politikern, Behörden und Staatsanwaltschaften propagandistisch ausgeschlachtet werden? Das will man doch wohl nicht ernsthaft behaupten! Wir sprechen hier von einem Prozentsatz von noch nicht einmal 0,1. [4] Selbst im zu den von »Linksextremisten« begangenen Straftaten fallen die von »Rechtsextremen« verübten numerisch gesehen immer noch relativ gering aus. »Linke« wurden etwa dreimal so oft straffällig wie »Rechte« - wobei es sich hier eben nicht um Propagandadelikte, sondern in erster Linie um Körperverletzung und Landfriedensbruch handelt. Selbst das Bundesamt für Verfassungsschutz gesteht in seinen jährlichen »Berichten«, daß der Bestand der Bundesrepublik Deutschland durch »Rechtsextremisten« nicht gefährdet werde, aber andererseits die »innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland […] nach wie vor durch gewalttätige Linksextremisten – insbesondere aus der anarchistisch orientierten autonomen Szene – bedroht« [5] wird. Angesichts dieses Mißverhältnisses stößt es selbst dem unbedarften politischen Beobachter sauer auf, wenn Bundesinnenminister Otto Schily, der sich selbst einst als liberalen Kommunisten bezeichnete, betont, »daß die Bundesregierung den Kampf gegen den Rechtsextremismus weiter zu einem zentralen Bestandteil ihrer Innenpolitik machen werde«. [6] Dieses forsche Engagement erinnert an die Verhaltensweisen während des BSE-Skandals: Na klar, wir schlagen bei einer kranken Kuh gleich die ganze Herde tot, denn schließlich sind wir unheilbare Hysteriker.
Dabei steht es außer Frage, daß vermeintlich politisch motivierte Gewaltverbrechen, also Straftaten im eigentlichen Sinne, tatsächlich an der bundesdeutschen politischen Alltagsordnung stehen. Entgegen dem von den Medien und dem Verfassungsschutz geschaffenen Eindruck – Stichwort Lübeck, Düsseldorf und Sebnitz - handelt es sich bei der hier relevanten Gewalt aber vor allem um linksextrem/»anti«-faschistisch motivierte Überfälle, also um sogenannte »Angriffe der Antifa« auf politisch Andersdenkende bzw. deren Fahrzeuge und Immobilien. Die von diesen Gewalttätern begangenen Straftaten sind tatsächlich solche; gemein und brutal. Selbst dem Bundesamt für Verfassungsschutz – und das will was heißen! - ist diese auffällige Tatsache nicht entgangen: »Die Brutalität ›antifaschistisch‹ motivierter Gewalttaten nimmt zu.« [7] Oder wie es der bayerische Innenminister Günther Beckstein schon fast banal ausdrückte: »Linksextremistische Autonome bewerfen Polizei und politische Gegner mit Steinen, Flaschen und Molotowcocktails und verletzen sie zum Teil lebensgefährlich.« Diese Gewalt zeige »ein hohes Maß an Menschenverachtung.« [8] Gratulation zu solch scharfsinniger Erkenntnis!
Bei den linksextremen Straftaten handelt es sich in der Regel eben nicht um Propagandavergehen, sondern um knallharte Verbrechen, darunter Tötungsdelikte, Tötungsversuche, schwere Körperverletzungen, Brandstiftungen, Ladendiebstahl und Plünderung, Sprengstoffanschläge, Landfriedensbruch, gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Luft-, Schiffs- und Straßenverkehr, Widerstandsdelikte und Sachbeschädigungen. Diese Straftaten, die oftmals terroristische Ausmaße annehmen, werden in der Regel von den Medien verschwiegen, geleugnet oder aber gar zu einem Art »Aufstand der Anständigen« umgelogen.
Es habe, vor allem während der siebziger und achtziger Jahre, schon einmal besser um die Antifa gestanden. So sinniert jedenfalls eine der maßgebenden Zeitschriften der Szene, das Antifaschistische Infoblatt (AIB), wenn es der guten alten Zeit nachtrauert: »Antifapolitik richtet sich seit Jahren vor allem gegen die Auswirkungen autoritärer Gesellschaftsformen. Im Moment steht die Antifabewegung mit dem Rücken zur Wand, sie ist damit belastet, Angriffe auf allen Ebenen abzuwehren. Unserer Ansicht nach hat ein revolutionärer Ansatz momentan in Deutschland keine Perspektive. Gerade den nicht profitierenden Teilen der deutschen Mehrheitsbevölkerung konnte bisher mit dem Hinweis auf rassistisch-nationalistische-faschistische Zusammenhänge wenig Bezug zu einem nach unseren Vorstellungen geführten Kampf für soziale, kulturelle und politische Interessen vermittelt werden. So gibt es weder eine breite Bewegung, die sich solidarisch unterstützt, die sich eine Vorstellung von einer besseren herrschaftsfreien Gesellschaft macht, noch gerät das System so aus den Fugen, daß es eine Mehrzahl der Leute nicht mehr befriedigen oder zufriedenstellen könnte.« [9] Ist es wirklich so mies um den »Anti«-Faschismus bestellt?
Die »Antifaschismusarbeit« ist seit der im Sande verlaufenen Abrüstungskampagne der frühen achtziger Jahre und dem Zusammenbruch des real existierenden Marxismus-Leninismus in der Sowjetunion und ihrer Satelittenstaaten die wichtigste umfassende Klammer des Linksextremismus. »Linkssektiererische Gruppen wie etwa die ›Ökologische Linke‹ oder die ›Kommunistische Partei Deutschlands‹ haben ›Antifaschismus‹ auf ihre Fahnen geschrieben, weil man mit diesem Thema in der linken Szene nichts falsch machen kann. Je antifaschistischer, um so linker. Wenn es nichts Konkretes mehr gibt, wogegen anzutreten wäre, bleiben immer noch die Nazis.« [10] Die seit wenigen Jahren von den Medien und etablierten Politikern inszenierte »Kampagne gegen Rechts«, in die im weitesten Sinne auch die Anti-Wehrmachtsausstellung des kommunistischen Industriefunktionärs Reemtsma fallen, schaffte diesen Kreisen neue Möglichkeiten, sich in Szene zu setzen. Die diversen Aufrufe gegen »rechte Gewalt« entsprechen in ihrer Diktion nicht nur der Antifa-Terminologie, sie bieten den »Anti«-Faschisten auch die Möglichkeit, ein Forum für ihre Vorstellungen. Oder anders ausgedrückt: »Mit der vorausgegangenen personellen und politisch-psychologischen Infiltration gelingt damit jetzt dem Linksextremismus die Instrumentalisierung einer regierungsamtlichen Kampagne zu eigenen Zwecken.« [11]
»Anti«-faschistische Nötigung – auch sie ist eine Form von Gewalt! – und »anti«-faschistische »Aktionen«, die einen Straftatbestand darstellen, stehen an der Tagesordnung auf dem bundesdeutschen Politparkett. Der selbstzufriedene Bundesbürger freilich, dessen einzige politische Handlung – außer Ruhe zu bewahren - sich darauf beschränkt, sporadisch in einer Wahlkabine ein Kreuzchen zu machen, und ansonsten mit dem reichlich vorhandenen Angebot von Brot und Spielen zufrieden ist, dürfte in seinem dahinplätschernden Leben vom herrschenden »anti«-faschistischen Terror kaum etwas mitbekommen. Aber jeder politisch Interessierte, für den die RTL/ZDF-Bildung unbefriedigend ist und der sein Geschichtswissen nicht aus Hollywoodstreifen bezieht, jeder der bereits politische Veranstaltungen einer »rechten« Partei oder Organisation besucht hat, hat gute Chancen, bezüglich der Gewalt, die eben von links ausgeht, bereits einschlägige Erfahrungen gemacht zu haben. Dies gilt erst recht für Aktivisten, Veranstalter und Funktionäre – nennen wir sie ruhig prodeutscher - politischer Gruppierungen, vermehrt aber auch für Wirte, Hoteliers und Busunternehmer, die sich das Recht nehmen, ihren Beruf auszuüben und ihre Räumlichkeiten und Fahrzeuge aus geschäftspolitischen Erwägungen vermieten oder bereitstellen, ohne sich vorher - wie es für Menschen in einem freiheitlichen Staat wohl selbstverständlich sein sollte - den politischen Ariernachweis der Anmelder vorlegen zu lassen.
Sachbeschädigungen und Zerstörungen von Autos und Geschäften unliebsamer politisch Andersdenkender oder Überfälle auf solche, die in der Regel mit furchtbarer Brutalität vorgenommen werden, gehören zum Repertoire der täglichen Auseinandersetzung »anti«-faschistischer Gewaltmenschen. Dennoch werden diese in den die veröffentlichte Meinung produzierenden Medien freilich kaum als solche bezeichnet. Eine Kritisierung, geschweige denn eine Verurteilung »anti«-faschistischer Gewaltverbrechen gibt es so gut wie nicht. Im Gegenteil, nicht nur einschlägig bekannte marxistische oder anarchistische Zeitungen, sondern verstärkt auch solche, die sich selbst als liberal bezeichnen, lügen diese Gewalt, sofern sie sie ohnehin nicht gänzlich unterschlagen, zu einem »Aufstand der Anständigen« um oder bezeichnen ihn wahrheitswidrig als Beitrag zur »antifaschistischen Selbsthilfe« oder zum »Widerstand gegen den Faschismus«.
Die Antifa, wie wir im folgenden die hier beschriebenen linksextremen Gewalttäter, ihre Ideologen und Helfershelfer in den Medien und Hebeln der Macht sowie ihre bürgerlichen nützlichen Idioten nennen wollen, billigt nicht nur wohlwollend die Durchführung von »militanten Aktionen«, sie propagiert diese sogar. Ihre Anschläge und Überfälle weisen einen hohen Grad krimineller Energie auf und sind durch die der linksextremen Szene eigenen Heimtücke und Feigheit gekennzeichnet. Oftmals werden diese kriminellen Aktionen von Personen und Organisationen ideell unterstützt, obgleich sie sich selbst an Gewalttaten – wenigstens öffentlich – freilich nicht beteiligen. Hierzu zählen beispielsweise Bundesumweltminister Jürgen Trittin, die Bundestagsabgeordneten der PDS Uwe Hiksch, Ulla Jelpke, Pia Maier, Angela Marquardt und Eva Bulling-Schröter, die Bundestagsabgeordneten der Bündnisgrünen Angelika Beer, Annelie Buntenbach und Volker Beck, drittklassige Schauspieler und Schriftsteller, wie zum Beispiel Ralph Giordano, Dieter Hildebrandt, Bruno Jonas, Ottfried Fischer, Jörg Hube, Josef Bierbichler, Hella von Sinnen und Iris Berben, Tattergreise der deutschen Rockszene, wie zum Beispiel der Träger des SED-Ordens Aktivist der Sozialistischen Arbeit Udo Lindenberg, sowie Funktionäre unter anderem der SPD, der DKP, des DGB, der IGM, der ÖTV, der GEW, der evangelischen und katholischen Kirchen und hochrangige Vertreter vieler Universitäten allen voran Marburg, Frankfurt/Main, Göttingen, Hamburg und Berlin. Und natürlich der unvermeidbaren jüdischen Organisationen und Interessenverbände, die sich vom Zentralrat der Juden bis hin zum Internationalen Auschwitz-Komitee erstrecken.
Es sieht also keineswegs so mies für den »Anti«-Faschismus (nicht Anarchismus!) in diesem Lande aus. Im Gegenteil, wir wagen es sogar, diesbezüglich vom späten Sieg der DDR über die Bundesrepublik Deutschland zu sprechen. Der »Anti«-Faschismus triumphiert heute. Frei nach den Worten des ehemaligen Lehrstuhlleiters am Institut für Staats- und Rechtstheorie an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR in Potsdam-Babelsberg, Arno Winkler, behaupten wir: »Anti«-faschistische Kräfte wirken innerhalb des Parteiensystems, im Staatsapparat der Bundesrepublik Deutschland, in der Bundeswehr, der Polizei, im Bundesgrenzschutz, in den Geheimdiensten, der Justiz und der Ministerialbürokratie. Sie haben ihre Verbindungsleute im Management der großen Konzerne. Die »anti«-faschistischen Parteien und Organisationen finden Rückhalt und Förderung bei führenden Vertretern der direkt mit dem Kapital liierten bürgerlichen Parteien.
Es hat angesichts der tatsächlichen politischen Verhältnisse in diesem Land zwischenzeitlich seinen guten Grund, daß friedliche nationalgesinnte Jugendliche, wie zum Beispiel in Neumünster, der Antifa das früher bei Marxisten und anderen »fortschrittlichen Demokraten« so beliebte Transparent Gegen Faschismus und Intoleranz vor das Gesicht halten. Wie wir im folgenden aufzeigen wollen, sind sowohl Auftreten der »Anti«-Faschisten als auch ihre angewandten Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele, ja ihre Ziele selbst, faschistisch, will sagen totalitär. Um diese Diskrepanz hervorzuheben, versehen wir den Begriff in Anführungsstrichen.
»Antifaschismus«, so konnte man 1999/2000 in Berlin auf Antifa-Plakaten lesen, sei »nicht kriminell, sondern notwendig«. Daß das Gegenteil zutreffend ist, will das vorliegende Buch belegen. Da es uns darum ging, in knapper, aber eindrucksvoller und einprägsamer Form die Kriminalität des »Anti«-Faschismus zu belegen, war es nicht möglich, alle Aspekte des »Anti«-Faschismus bis ins Detail zu analysieren. Aber wenn wir den Leser zu weiterem Studium anregen können, ist unsere Absicht bereits erfüllt. Eine beeindruckende Sammlung mit Verweisen auf über 500 Präsenzen der Antifa im Internet findet sich auf der Seite www.die-kommenden.net. Des weiteren bemühen sich verschiedene Seiten, den »Anti«-Faschismus kritisch zu beleuchten, Siehe hierzu beispielsweise www.links-enttarnt.de. »Anti«-faschistische Gewalt wird im Internet auf der Seite www.netzgegenlinkegewalt.de dokumentiert.
Wir wollen aber nicht zu letzt auch den Grundstein legen, endlich den »anti«-faschistischen Vernetzungen und Gewalttaten publizistisch entgegenzutreten. Dies soll als Beitrag dazu verstanden, denn »Anti«-Faschismus zu überwinden. Wir erklären uns mit den politisch engagierten Menschen solidarisch, die in diesem Land echte Zivilcourage beweisen. Und das sind keine anderen als diejenigen, die sich im politischen Leben dem Terror der Antifa, also gerade den »Angriffen« auf der Straße, mutig entgegenstellen und für ihren Einsatz oftmals einen hohen Blutzoll zahlen. Manche von ihnen haben ihren Schneid mit dem Leben bezahlt.
Autorenkollektiv gegen Totalitarismus
[1] Freerk Huisken: Brandstifter als Feuerwehr. Die Rechtsextremismus-Kampagne. – Hamburg 2001, S. 46.
[2] Vgl. Antifaschistische Nachrichten v. 21.12.2000, S. 6.
[3] Obgleich sie im Ruf stehen, »die« Wahrheit oder den tatsächlichen Zustand zu dokumentieren, sind sie nichts anderes als Meinungskundgebungen ihrer Herausgeber und damit eben keine sachliche Analyse.
[4] Im Dezember 2001 legte das Bundesinnenministerium aktuelle Zahlen vor. Hiernach haben die Behörden im Oktober 362 »rechtsextreme« Straftaten in der Bundesrepublik Deutschland registriert, von denen 70% Propagandadelikte waren. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum im Bundesgebiet 520.000 Straftaten verübt. Damit stellen die »rechtsextremen Straftaten«, also vor allem Propagandadelikte, 0,07% der Gesamtkriminalität dar.
[5] Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): Sicherheitslage der Wirtschaft in Deutschland. Bedrohung durch Linksextremisten. – Köln 1999, S. 1.
[6] Die Welt vom 30. März 2001, S. 4. (Hervorhebung durch uns, Autorenkollektiv)
[7] Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): Militante Linksextremisten rekrutieren Nachwuchs. Schauplatz Schule und Jugendtreff. – Köln 1999, S. 1.
[8] Bayernkurier v. 29.3.2001, S. 4.
[9] Antifaschistisches Info-Blatt, Nr. 50, H 1/2000, S. 4.
[10] Burkhard Schröder: Nazis sind Pop. - Berlin 2000, S. 35.
[11] Roland Wuttke: Nützliche und andere Idioten. – in: Opposition, H 1/2001, S. 6.